+++ LFV Ticker 2020-06-30 +++

 

Elternzeit bei den Störchen
  • 01 Gebaut wird immer
  • 02 Der gespreizte Flügel bietet Küken Schutz vor Hitze
  • 03 Kühle Tropfen für die Storchenkinder
  • 04 Nahrungssuche im flachen Wasser
  • 05  Insektensuche auf einer Blumenwiese
  • 06-stoerche-klappernd-andre-neumann

Zeitig hat sich das Dorf Linum auf die Storchensaison vorbereitet. Mitarbeiter*innen der NABU Storchenschmiede überprüften Anfang des Jahres die Stabilität und Sicherheit der Nester auf Dächern, Schornsteinen und Nistpfählen. „Achtung Gefahr!“ hieß es plötzlich. Auf einem Kirchturmsims und dem Elektrikermast am Ortseingang drohten die Horste abzustürzen. Meister Adebar ist ein wahrer Baumeister. Bis zu drei Meter hoch bauen die Vögel ihre Nester im Laufe der Zeit. Dabei erreicht so ein Meisterwerk auch schon einmal ein Gewicht von zwei Tonnen. Über die Jahre werden die Nester morsch und instabil. Nicht auszudenken, wenn so ein Bauwerk zu Boden stürzt!

Mit Hilfe einer Hebebühne wurden die Horste abgetragen, eine neue stabile Unterlage angebracht und Reisig als erste Nisthilfe ausgelegt. Beide Horste wurden von zurückkehrenden Störchen angenommen. Insgesamt sind neun Nester in diesem Sommer besetzt.

Anfang März kamen die ersten Störche aus ihrem Winterquartier in Afrika nach Linum zurück. Mitte April folgten noch einige Nachzügler. Vermutlich Ostzieher, die durch eine ungünstige Wetterlage über dem Balkan aufgehalten wurden.

Die Männchen trafen zuerst ein und begannen sofort die Nester des Vorjahres mit Zweigen und Ästen auszubessern. Mit Moos, Heu und Federn polsterten sie die Brutstätten aus.  

Wenig später erreichten die Weibchen Linum. Nicht die Attraktivität des Männchens sondern Nistplatztreue lockte die Weibchen zum alten Horst. Mit lautem Schnabelklappern begrüßten sich beide. Dieses Begrüßungsritual findet nun täglich statt, wenn der Partner von der Nahrungssuche zurückkehrt. Dabei  legen die Vögel  die Hälse weit in den Nacken und klappern im Duett unüberhörbar um die Wette.

In den meisten Nestern ist inzwischen der Nachwuchs geschlüpft. Noch schauen die Kleinen nicht über den Nestrand, geduckt kauern sie auf dem Boden. Im Horst auf der Storchenschmiede sind  vier Küken über eine Kamera zu beobachten. Für die Altvögel herrscht eine anstrengende Zeit. Beide Eltern kümmern sich fürsorglich um den Nachwuchs. Ein Elternteil bleibt im Nest. Mit abgespreizten Flügeln beschattet er bei Hitze die Kinder. Bei Kälte und Nässe wärmt er die Jungen, damit sie nicht verklammen und sterben. Der Partner sucht auf den Wiesen nach Kaulquappen, Regenwürmern und Insekten. Eiweißreiche Kost ist angesagt, damit die Jungen schnell zu Kräften kommen. Sogar Wasser „schleppen“ die Alten heran, transportieren es im Kropf, um es über den Schnäbeln des Nachwuchses heraustropfen zu lassen. Feuchte Wiesen in erreichbarer Nähe zu den Horsten bieten ein ausreichendes Nahrungsangebot. Mögliche ungünstige Wetterlagen können den Bruterfolg  der Jungstörche noch beeinträchtigen.

Geht alles gut, kann der Besucher Ende Juni die Jungvögel bei ausgiebigen Flugübungen auf den Nestern beobachten. Mit ausgebreiteten Flügeln springen sie in die Luft um Aufwind zu bekommen. Nach unzähligen Versuchen landen sie auf dem Dachfirst.  Gemeinsam geht die Storchenfamilie nun auf Futtersuche. Auf dem Speiseplan stehen jetzt auch Mäuse, Eidechsen, kleine Schlangen und Frösche.

Anfang August werden sich zunächst die Jungen in kleinen Gruppen auf ihre erste abenteuerliche Reise in die Winterquartiere bis nach Südafrika begeben. Die Altvögel bleiben noch einige Zeit und bei günstigem Zugwetter verlassen auch sie spätestens Ende August das Rhinluch.

Linum, Anfang Juni 2020

Text + Bild 1-5: Helga Müller-Wensky
Bild 6: André Neumann

 

 


 

Schöne Raupe – Schöner Schmetterling
  • 01-Schwalbenschwanz-I
  • 02-Schwalbenschwanzraupe-I
  • 03-Schwalbenschwanzraupe-II
  • 04-Schwalbenschwanzraupe-III
  • 05-Schwalbenschwanz-II

Können Sie sich daran erinnern, wann Sie zuletzt einen Schwalbenschwanz durch die Luft haben gaukeln sehen?

Der Schwalbenschwanz ist ein Tagfalter und gehört zur Familie der Ritterfalter. Mit einer Flügelspanne von 50 – 75 mm gehört er zu unseren größten einheimischen Schmetterlingen.

Früher konnte man diesen schön gefärbten und hübsch gemusterten Falter auch im Oberen Rhinluch ziemlich oft entdecken. In den letzten Jahren ist mir das kaum noch gelungen. Woran mag das wohl liegen? Mein Vermutung: Mit dem zunehmenden Verschwinden von naturbelassenen unbewirtschafteten Flächen in den letzten Jahren sind die Futterpflanzen für die Schwalbenschwanzraupen immer weniger geworden. Viele Schmetterlingsarten legen ihre Eier nämlich nur an bestimmte Pflanzenarten – und verschwinden diese Pflanzen, verschwinden auch allmählich die flatternden Schmetterlinge. Die Raupen des Schwalbenschwanzes ernähren sich von den Blättern verschiedener Doldenpflanzen, so z. B.: Wilde Möhre, Echter Fenchel, Pastinak, Sumpf-Haarstrang, Kleine Bibernelle, Bärwurz oder Weinraute.

Wenn Sie einen Garten haben, dann können Sie solche Schmetterlingsfutterpflanzen in einem kleinen Garteneckchen wachsen lassen. Die Schmetterlinge werden es danken. Die hellgrüne Raupe des Schwalbenschwanzes wird bis zu 45 mm lang, sie ist glatt und unbehaart und hat schwarz-orangerot gepunktete Querbinden. Die Aufnahmen der Schwalbenschwanzraupen entstanden an Fenchelpflanzen in einem großen naturbelassenen Garten, was beweist: Die Schmetterlinge finden die richtigen Futterpflanzen, wenn sie denn vorhanden sind.

Text + Bilder: Detlef Hase

 

 


 

Mitgliederversammlung im Februar 2021

Die für Ende März geplante Mitgliederversammlung für das Vereinsjahr 2019 wurde nach Vorstandsbeschluss wegen der Corona-Pandemie zunächst in den Herbst verschoben, weil wir den Infektionsschutz für vorrangig halten. Viele Vereinsmitglieder, die regelmäßig an den Mitgliederversammlungen teilnehmen, gehören aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe.

Bei der Vorstandssitzung am 26.06. wurde die Durchführung einer Mitgliederversammlung erneut beraten, mit folgendem Ergebnis: die Infektionsgefahr ist noch nicht gebannt und die bisher genutzten Räumlichkeiten in der Museumsscheune Kremmen lassen keinen schützenden Abstand für 30 – 40 Teilnehmer*innen zu.

Deshalb wollen wir im Februar 2021 eine Mitgliederversammlung für die Vereinsjahre 2019 und 2020 durchführen. Dafür werden wir einen Veranstaltungsort wählen, der ausreichende Abstände zwischen den Teilnehmer*innen gewährleistet. Wir hoffen, dass diese Entscheidung für unsere Vereinsmitglieder nachvollziehbar und akzeptabel ist. Gerne können Sie uns Ihre Meinung zu dieser Entscheidung mitteilen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Text: Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit

 

 


 

Traurig: Turmfest abgesagt

Eindrücke aus unseren vorjährigen Festen

Der Vorstand hat auch darüber beraten, ob wir wie in den vergangenen Jahren in der ersten Augusthälfte zu unserem traditionellen Vereinsfest am Unkenteich im Teichland Linum einladen können.

Auch wenn es uns sehr traurig stimmt, halten wir es für wenig sinnvoll, unser schönes Turmfest in diesem Jahr durchzuführen. Selbst wenn diese Veranstaltung im Freien stattfindet, können wir nicht garantieren, dass die erforderlichen Hygieneregeln eingehalten werden können. Auch das gemeinsame Buffet mit leckeren Speisen, die von den Gästen mitgebracht werden, passt nicht zur aktuellen Situation. Kaum kalkulierbar ist zudem die Zahl der Gäste, die einer Einladung folgen würden.

Wegen dieser Unwägbarkeiten werden wir in diesem Jahr das Turmfest nicht durchführen, aber wir versprechen: Das Turmfest im nächsten Jahr wird umso schöner!

Text: Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit

 

 


 

Erfreulich: LFV-Kalender 2021
  • LFV-Kalender-2021-004
  • LFV-Kalender-2021-006
  • LFV-Kalender-2021-008
  • LFV-Kalender-2021-010

Die Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit hat den neuen Naturfotokalender „Im Oberen Rhinluch – 2021“ fast fertig, Bildauswahl und -bearbeitung sind bereits erfolgt. Die Zusagen einiger Sponsoren und Anzeigenkunden stehen noch aus.

Ab Mitte August werden wir den Kalender über unsere Verkaufsstellen in der Region wieder anbieten. Wir bedanken uns bei den Gaststätten und Geschäften, die unseren Kalender verkaufen werden. Eine Übersicht, wo Sie unseren Kalender erwerben können, werden wir im nächsten Ticker versenden.

Selbstverständlich können Sie den Kalender auch über die E-Mail-Anschrift Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bestellen und dann per Postversand beziehen. Der Kalenderpreis ist mit 8,00 Euro pro Kalender unverändert, für den Postversand berechnen wir 2,00 Euro. Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, dass wir ein Kalenderabonnement anbieten. Wenn Sie sich für ein solches Abo über die o. g. E-Mail-Adresse anmelden, bekommen Sie zukünftig jedes Jahr den neuen LFV-Naturfotokalender nach Erscheinen automatisch in der von Ihnen gewünschten Stückzahl zugesendet. Für Sie hat das den Vorteil, dass Sie nicht mehr daran denken und sich kümmern müssen, für uns hat das den Vorteil, dass wir die Auflagenhöhe besser kalkulieren können.

Abschließend sei noch der Hinweis erlaubt, dass wir mit dem Erlös aus dem Kalenderverkauf unsere ehrenamtliche Naturschutzarbeit in der Region finanzieren. Hierzu gehört u. a. der Erwerb von wertvollen und schützenswerten Naturflächen, das Instandsetzen von wasserbaulichen Anlagen, um Wasser in der Landschaft zu halten, das Pflanzen und Pflegen einheimischer Gehölze, das Anschaffen von Geräten und Werkzeugen für Pflegemaßnahmen am Linumer Unkenteich und weiteren Amphibienteichen in der Region, um nur einige LFV-Aktivitäten zu nennen. Folglich würden wir uns sehr freuen, wenn wir wie in den Vorjahren auch, erneut viele Kalender verkaufen können.

Text: Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit
Foto: D. Hase, K. Michalek, K.-H. Sass, A. Neumann

 


Sollten Sie Aufnahmen auf unserer Website entdecken, die das Persönlichkeitsrecht verletzen, bitten wir um eine Information an post@oberes-rhinluch

 

+++ LFV Ticker 2020-05-20 +++

 

Richtig was los im Frühling - Pinguine (?) auf dem Unkenteich
  • 01-Badender-Schwan
  • 02-Kranicheltern-hüten-zwei-Jungvögel
  • 03-Graugansfamilie-beim-Futtern
  • 04-Wachsame-Rohrweihe
  • 05-Brutpflege
  • 06-Klärendes-Gespräch-bei-den-Rothalstauchern
  • 07-Ständiger-Nestbau
  • 08-Pinguin
  • 09-Jagderfolg-Teichfrosch
  • 10-Heimlicher-Beobachter
  • 11-Nutria-auf-dem-Teich ...
  • 12-… und-plötzlich-vor-dem-Fotografen

Am 08. Februar, nach der jährlichen Schilfmahd, öffnete ich die Wasserzuläufe zu Neumeyers Koppel und dem Obergrund-Koppelteich - unserem Unkenteich. Mit dem Wasser kommen auch gleich die ersten Teichbewohner. Ein Schwan watet durch die noch flachen Pfützen. Ein Stockentenpärchen schwimmt auf einem Wasserloch und die ersten Gänse streiten sich bereits um die besten Brutplätze. Nach knapp zwei Wochen hat der Unkenteich seine optimale Wassertiefe erreicht.

Jeden Freitag kontrolliere ich die Zuläufe und den Wasserstand, so dass unsere Teichbesucher immer die besten Bedingungen haben. Manchmal ist auch die Rohrweihe oder ein Rotmilan dabei, die ebenfalls nach dem Rechten schauen - oder nach dem nächsten „fetten Happen“!?

Ein Kranichpaar hat sich gut versteckt und ist nur für den geübten Beobachter mit Fernglas zu entdecken, es hat an einer Schilfkante ein flaches Nest gebaut. Nach einigen Tagen entdecke ich auf einem meiner Fotos das erste kleine hellbraune Federknäul, ein Ei ist auch noch zu sehen. Einige Tage später treffe ich mich mit meinem Fotofreund Detlef und wir können vom Turm aus beobachten, wie die Eltern-Kraniche zwei kleine hellbraune Küken durch den Teich führen und füttern. Hoffentlich werden sie durchkommen und nicht ein Happen von Rohrweihe und Co.

Auch zwei Rothalstaucher sind zur Hochzeit auf unseren Teich gekommen. Gaaanz weit hinten zwischen einigen  Schilfhalmen haben sie begonnen, ein Nest zu bauen. Aber die Vögel hatten ein Einsehen mit unseren Fotografenwünschen, denn ein paar Tage später wurde ein neues Nest gebaut, viel näher am Wegesrand. Es ist einfach herrlich, die possierlichen Taucher beim Brüten zu beobachten. Ein Vogel sitzt auf dem schwimmenden Nest, der andere holt unaufhörlich Nistmaterial heran und stopft es unter den  im Nest sitzenden Partner. So entsteht nach und nach ein kleiner Nesthügel zum Schutz der zwei cremefarbenen Eier. Aber was ist denn nun mit den Pinguinen?

„Der hat einen Frosch!" ruft Detlef plötzlich. Ich weiß sofort, was los ist. Mein Puls jagt hoch, wir richten unsere Objektive auf den Taucher auf dem Teich und für einige Sekunden ist nur noch das ratternde Geräusch der Auslöser unserer Kameras zu hören. Was für eine Aufregung: Der Rothalstaucher hatte einen Teichfrosch erbeutet, schleudert diesen auf der Wasserfläche umher und schlingt ihn dann mit dem Kopf voran hinunter. Was für ein Spektakel. Der Puls kommt langsam wieder runter.

Ach ja, die Pinguinerklärung fehlt immer noch: Wenn der Rothalstaucher auf dem Nest steht, um die Eier zu wenden und Nistmaterial zu sortieren, zeigt er seine helle, silbrig glänzende Unterseite, die Flügel stehen seitlich etwas ab, und er reckt Kopf und Schnabel etwas vor. Die Figur erinnert wirklich an einen kleinen tollpatschig anmutenden Pinguin. Und wenn er dann vom Nest watschelt und mit dem Bauch voran ins Wasser platscht - eindeutig Pinguin. Wir haben ein dickes Grinsen im Gesicht.

Langsam neigt sich die Sonne zum Horizont, ein aufregender Tag für Tier und Mensch geht wieder zu Ende. Die Blessrallen kraulen durch den Teich, fünf Grauganspaare hüten ihre Gössel, ein Nutria durchschneidet fast unbemerkt die glatte Wasseroberfläche und nahe am Vereinsturm kracht ein Waschbär durchs Schilf. Dann ist wieder Ruhe, nein Quatsch, das Wort Ruhe gibt es am Teich nicht. Das Konzert der Rotbauchunken, in das gelegentlich die Teichfrösche etwas unbeholfen und übermotiviert einstimmen, verstummt nie.

Text + Bilder: André Neumann

 

 


 

Arbeitshandschuhe und Bärlauch auf Butterbrot
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  • 03_14_LFV-Windschutz3
  • Aktion Linumhorst 14.03.20

Am 14. März trafen sich zwölf Vereinsmitglieder bei sonnigem Frühlingswetter, um unsere Pflanzungen am Windschutz vom vorjährigen trockenen Gestrüpp zu befreien, Mulchmaterial nachzulegen und Windbruch auf die Reisighecken zu schichten.

Mit Elan, Arbeitshandschuhen und Gartenscheren ausgerüstet wurden Pfaffenhütchen, Hundsrose, Weißdorn, Schlehe… sowie unsere Bäume (u.a. Moorbirke, Vogelkirsche, Spitzahorn) gehegt und gepflegt. Es war eine gut geplante und schnelle Aktion, die wir im nächsten Frühjahr bestimmt wiederholen werden.

Sicherlich wieder Mitte März, denn dann schmecken die ersten Bärlauchblättchen auf Butterbrot - dazu noch in Gemeinschaft - am besten.
 
Text: Jana Albrecht; Foto: Sebastian Partzsch/ Klaus Michalek

 

 


 

Mehr Grün für die Stadt
  • Baumpflanzaktion  Kremmen 14.03.20-2
  • Baumpflanzaktion  Kremmen 14.03.20-3
  • Baumpflanzung Kremmen 14.03.20-1

Der 14.03.2020 war ein produktiver Arbeitstag für einige LFV-Mitglieder und Naturfreunde sowie Feiertag für die pflanzliche Vielfalt.

Nicht nur an unserem Windschutzstreifenprojekt in Linumhorst wurde an diesem schönen Frühlingstag Hand angelegt. Nein, auch im Stadtpark Kremmen waren wir bereits im Vorfeld aktiv. Dort galt es, drei vom Landschaftsförderverein gespendete gebietsheimische Bäume in den Kremmener Boden zu bringen.

Zu der Spendenaktion aufgerufen, die sich hauptsächlich an städtische Vereine und Firmen richtete, hatte die Stadt Kremmen - angeregt von der Idee des Umweltbeirates der Stadt, um den u.a. im Stadtgebiet dezimierten Baumbestand wenigstens ein wenig wieder aufzufüllen.

Begeistert von der Idee erteilten wir umgehend unsere Bereitschaft zur Unterstützung der Aktion und gaben bei der Stadtverwaltung die Besorgung von zwei Stieleichen sowie einer Sommerlinde in Auftrag. Stellvertretend für unseren Verein nahmen sodann André Neumann und Sebastian Partzsch an der Pflanzaktion teil, die von Mitarbeitern der Stadt Kremmen und weiteren Freiwilligen bereitwillig unterstützt wurde.
 
Text: Sebastian Partzsch
Fotos: Sebastian Partzsch / Andrea Busse

 

 

 


 

Zurück aus Afrika: Unsere Flussseeschwalben
  • 01-Flussseeschwalbe-im-Anflug-I
  • 02-Flussseeschwalbe-im-Anflug-II
  • 03-Flussseeschwalbe-im-Anflug-III
  • 04-Flussseeschwalbe-im-Anflug-IV
  • 05-Flussseeschwalbe-im-Anflug-V
  • 06-Flussseeschwalbe-im-Anflug-VI

Nun ist das kreischende „kriää kriää“ und „kirri kirri“ auch wieder im Linumer Teichgebiet zu hören.

Ende April kommen die Langstreckenzieher mit den roten Füßen und der schwarzen Spitze am ebenfalls roten Schnabel aus dem südlichen Afrika zurück in ihre mitteleuropäischen Brutgebiete.

Für die Brut bevorzugen die Vögel flache, vegetationslose Kies- und Sandinseln in flachen Flüssen und Seen. Da solche Lebensräume kaum noch vorhanden sind, bietet man den Vögeln als Ersatz Brutflöße an, die auch gerne angenommen werden. Trotzdem werden die kleine Fische fangenden Stoßtaucher in Deutschland in der Roten Liste als „stark gefährdet“ ausgewiesen. Umso schöner, dass wir diesen Vogel auch im Linumer Teichland beobachten können.

Ein großes Brutfloß auf einem der Teiche am Linumer Rundweg wird seit Jahren regelmäßig zum Brüten genutzt, zusammen mit zahlreichen Lachmöwen. Gerne sitzen die Vögel auf den kahlen Ästen einiger abgestorbener Bäume und tolerieren sogar eine vorsichtige Annäherung.

Mit der Serienaufnahmefunktion einer guten Spiegelreflexkamera lassen sich auch Bewegungsabläufe aufnehmen, hier der Anflug einer Seeschwalbe auf ihren bevorzugten Ruheast.

Text + Bilder: Detlef Hase

 

 

 

 


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+++ LFV Ticker 2020-03-12 +++

 

Verlegung Mitgliederversammlung

Aufgrund der aktuellen Gefährdungslage wegen des derzeit grassierenden Corona-Virus haben wir uns dazu entschlossen, die ursprünglich für Samstag, 28. März 2020, anberaumte jährliche Mitgliederversammlung zu verschieben.

Damit folgen wir u.a. der Empfehlung des Bürgermeisters der Stadt Kremmen vom 13.03.2020, möglichst alle Veranstaltungen bis Ende März 2020 ruhen zu lassen.

Über einen Ausweichtermin informieren wir demnächst und hoffen für unsere konsequente Entscheidung insoweit auf Ihr Verständnis.

Für den Vorstand und die Geschäftsführung, Sebastian Partzsch

Empfehlung Kremmen Download

 

 


 

Das Kremmener Storchenpaar ist wieder da
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Acht Tage früher als im letzten Jahr besetzte Adebar zur Mittagszeit des 16.02.2020 den Horst in der Dammstraße/ Ecke Am Markt.

Erst zwei Tage zuvor hatte ich die Webcam auf meinem Dach nachjustiert und die Linse gereinigt, um auch in diesem Jahr einen guten Blick auf den Horst zu haben. Zunächst allein, räumte der Vogel das Nest auf und putzte ausgiebig sein von der Reise strapaziertes Gefieder. Doch der Partner ließ nicht lange auf sich warten und traf am nächsten Nachmittag am Nest ein. Gemeinsam kümmerten sich beide bei herrlich sonnigem Wetter noch flink um die Nestpflege und ließen dann in puncto Nachwuchsplanung nichts anbrennen.

Das Storchenpaar dürfte über die Westroute, also über die Meerenge von Gibraltar reisen, weshalb es jedes Jahr deutlich früher (bis zu einem Monat) in Brandenburg ankommt als viele andere. Die etwa einen Monat später eintreffenden Tiere fliegen für gewöhnlich über die deutlich längere Balkanroute. Seit zwei Jahren verfolge ich die Reiserouten von besenderten Störchen, die in dem Blog „Störche auf Reisen" des NABU zur Verfügung gestellt werden. Einer der mit GPS-Sender ausgestatteten Störche ist Hans Albert. Er fliegt ebenfalls über die Westroute und hat seinen Horst in Vaale in Schleswig-Holstein nördlich von Hamburg. In den vergangenen zwei Jahren kamen unsere beiden immer kurze Zeit später in dem Horst in Kremmen an, nachdem Hans Albert seinen Horst in Vaale erreichte. Ich kann mir vorstellen, dass die Tiere auf der langen Reise gemeinsam unterwegs sind.

Blog „Störche auf Reisen“: https://blogs.nabu.de/stoerche-auf-reisen/

Link zur Webcam auf der Seite des LFV:  https://oberes-rhinluch.de/webcam

Text und Bilder: André Neumann

 

 


 

Alles bereit(et) für Unke & Co.
  • 01-Die-Moorraupe-im-Einsatz
  • 02-Mit-schwerem-Schneidwerkzeug
  • 03-Raupenketten-schonen-den-Moorboden
  • 04-Auch-Handschnitt-ist-notwendig
  • 05-Das geschnittene-Schilf-muss-zusammengeharkt-werden
  • 06-Das-ist-doch-eine-ziemlich-große-Fläche
  • 07-Harken-Harken-noch-mal-Harken
  • 08-Pressegespräch
  • 11-Oh-dieser-verdammte-Qualm
  • 12-Endlich-die-verdiente-Pause
  • 14-Zeit-für-Pausengespräche

Zu dem jährlich notwendigen winterlichen Schilfschnitt im vom Verein gepachteten Obergrundkoppelteich („Unkenteich“) kamen am frühen Morgen des 8. Februar 2020 im Teichland Linum ca. ein Dutzend Vereinsmitglieder zusammen.

Und sie waren auch in diesem Jahr nicht allein: Landwirt Sebastian Petri war mit seinem zur Moorraupe umfunktionieren ehemaligen Skipistenfahrzeug ebenfalls angereist, um uns die Schilfmahd in dem in den Wintermonaten kein Wasser führenden Teich mit entsprechendem Technikeinsatz zu erleichtern.

Wo wir in den vergangenen Jahren ohne Zuhilfenahme der Moorraupe mit Schnittvorrichtung mehrere Wochenenden hintereinander im 4,5 ha großen Gewässer zubrachten, war die Arbeit nun an einem einzigen verlängerten Vormittag zur großen Freude aller erledigt. Doch ohne Handarbeit unserer fleißigen Helfer ging es auch dieses Mal nicht, denn das geschnittene Schilf musste noch zusammengetragen und entsprechend entsorgt werden. Somit blieb genug für alle zu tun. Kaum war der letzte Arbeiter aus dem Teich verschwunden, konnte bereits das Wasser eingelassen werden, welches den Pegel des Teiches in den nächsten Tagen peu à peu zum Ansteigen brachte.

Nun ist´s also für diese Saison wieder hergerichtet: Für Rotbauchunke, Kranich & Co.
 
Presseartikel Ruppiner Anzeiger
 
Text: Sebastian Partzsch
Fotos: Detlef Hase

 

 


 

Gezeigt, was zu schützen ist
  • Unbenannte Anlage 00185

Der Rüthnicker Heimatverein e.V. hatte am 15.02.2020 zum zweiten Mal den Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch e.V. (LFV) zu einem Gastvortrag über die schöne Rhinluchnatur in das Rüthnicker Vereinsheim eingeladen. Und ca. 50 Gäste aus der Region waren an diesem Samstagabend zu dem Bildvortrag „Im Oberen Rhinluch – Unser schönes Naturerbe" der Einladung gefolgt.

Der Vorsitzende des Landschaftsfördervereins Oberes Rhinluch e.V., Sebastian Partzsch, begrüßte die Gäste mit einigen einleitenden Worten über den seit 1991 bestehenden Naturschutzverein und seine Öffentlichkeitsarbeit. Mit dem jährlich erscheinenden Naturfotokalender und dem großen Naturfotobuch „Im Oberen Rhinluch - Unser schönes Naturerbe“ werben die Vereinsmitglieder fortwährend und zu jeder Zeit für den Schutz und Erhalt der Rhinluchnatur und die ehrenamtliche Naturschutzarbeit. In Rüthnick hat es bereits gut funktioniert - es gingen zahlreiche verkaufte Bücher und einige Kalender über den von Axel Radtke betreute Infostand-Tisch.

Nach der Begrüßung zeigte Detlef Hase die schönsten Bilder aus dem Naturfotobuch des Vereins und konnte den interessierten Gästen viel Wissenswertes über die Tier- und Pflanzenwelt im Oberen Rhinluch berichten, so u.a., wo die Balz der hübschen Haubentaucher gut zu beobachten ist oder warum Brachflächen und Trockenrasen besonders insektenfreundliche Biotope sind. Eine Besucherin aus dem Kremmener Ortsteil Ludwigsaue berichtete empört, dass vor Ort eine große Brachfläche unverhofft in einen Maisacker umgewandelt worden ist und so eine wichtige Nahrungsfläche für viele Vogelarten verschwunden sei. So wurde während der Veranstaltung auch über das schwierige Verhältnis von Naturschutz und Landwirtschaft gesprochen. Nach Auffassung von Detlef Hase ist das vor allem ein politisches Problem. Denn wenn die Landwirtschaft mehr Fördermittel für Naturerhaltung und Landschaftspflege bekommen würde (anstelle der üblichen Flächensubventionen), dann wäre das ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Während einer Vortragspause bot der Heimatverein einen Imbiss und Getränke an, so dass auch für das leibliche Wohl gesorgt war. Nach über zwei Stunden, die „wie im Fluge vergingen“, so eine Besucherin, verließen die Gäste zufrieden das schöne Rüthnicker Vereinsheim. Kurz zuvor hatte der Vorsitzende des Rüthnicker Heimatvereins, Hannes Rosenberg, sich bei den Gästen und dem Landschaftsförderverein für das Kommen bedankt - sichtlich erfreut, dass sich an einem Samstagabend so viele Menschen für die heimische Natur interessieren.

Die beiden Vereine wollen zukünftig enger zusammen arbeiten.

Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit

Foto: Axel Radtke

 


 

LFV-Naturvorträge

Das kleine Wagnis hat sich gelohnt: Der Vorstand hatte sich im Spätsommer 2019 entschlossen, in den Herbst- und Wintermonaten drei Naturvorträge anzubieten.

Detlef Hase berichtete im Oktober über das eindrucksvolle „Vogelparadies am Neusiedler See“, Helga Müller-Wensky schilderte im Januar ihre aufregende Reise in die Antarktis und Karl-Heinz-Sass zeigte zwei eindrucksvolle Naturfilme über das Obere Rhinluch und das spannende Aufwachsen zweier Kranichküken.

Wir konnten von Veranstaltung zu Veranstaltung mehr naturinteressierte Gäste begrüßen. Und die kleine Gaststätte „Kombüse 11“ in Kremmen ist für uns ein gut geeigneter Veranstaltungsort.

Wir werden im Herbst/Winter 2020/2021 unsere Vortragsreihe fortsetzen. Vorgesehen sind bereits ein Vortrag über den Naturpark S’ALBUFERA auf Mallorca sowie ein Vortrag über das Biosphärenreservat Donaudelta in Rumänien. Ganzjährig bieten wir unseren Bildvortrag „Im Oberen Rhinluch – unser schönes Naturerbe“ für kleinere und größere Gruppen an.

Wenn Sie daran Interesse haben, dann senden Sie bitte eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Text: Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit

 

 


 

LFV-Initiative „Rettet unsere Alleen“

Ist es ihnen auch schon aufgefallen? Unsere schönen Alleen werden immer löchriger und verschwinden so allmählich.

Sicherlich müssen Risikobäume, die die Verkehrssicherheit gefährden, beschnitten oder auch gefällt werden. Ärgerlich ist aber, dass das Nachpflanzen junger Bäume in die entstandenen Baumlücken sehr zu wünschen übrig lässt. So wurde in den letzten Jahren nur noch für jeden zweiten gefällten Alleenbaum ein neuer gepflanzt. Was sind die Ursachen für diese Pflanzschuld?

Es gibt eine Bestimmung, dass zukünftig Alleenbäume nur noch in einem Mindestabstand von 4,5 m zum Straßenrand gepflanzt werden dürfen – aus Gründen der Verkehrssicherheit, lautet die Begründung. Dies bedeutet, dass für das Nachpflanzen von Alleenbäumen das Land Brandenburg landwirtschaftliche Nutzflächen an den Straßenrändern erwerben muss, denn sonst kann dieser Abstand nicht eigehalten werden. Und die Landwirte sind in den meisten Fällen nicht bereit, die erforderlichen Flächen für die Baumpflanzungen zu verkaufen. Und das ist dann faktisch das Aus für die erforderlichen Nachpflanzungen. So wurde uns das vom Straßenbauamt Kyritz mitgeteilt.

Der Landschaftsförderverein hat nun den neuen Umweltminister Axel Vogel in einem offenen Brief aufgefordert, sich für ein Alleenschutzprogramm und für das Abschaffen der hinderlichen 4,50 m-Regelung einzusetzen. Für die meisten Alleen gelten ohnehin 70 km/h oder 80 km/h als Höchstgeschwindigkeit, und wenn man sich daran hält, dann sind unsere Alleen auch ohne die 4,50 m-Regelung sicher. Und wenn man sich nicht daran hält und mit 100 km/h und alkoholisiert gegen die Eiche fährt, dann hat man auch ein Problem, wenn der Baum 4,50 m vom Straßenrand entfernt ist. Die Freie-Bürger-Brauchen-Freie-Fahrt-Zeiten sind aus unserer Sicht vorbei.

Wir brauchen in den immer heißer werdenden Sommertagen klimaschützende und schattenspendende Alleenbäume. Wie wir jedoch am 5.3.2020 per E-Mail erfahren haben, ist Minister Vogel der Ansicht, dass er für dieses Thema gar nicht zuständig ist. Der Erhalt unserer Alleen hat also nix mit unserer Umwelt zu tun? Das hätten wir nicht gedacht! Unser Schreiben wurde nun an das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung weitergeleitet. Wir sind gespannt, wie es weiter geht!

Und wir bleiben an diesem Thema dran!

Alleen-Rettungsschreiben an Ministerium

Antrag auf Baumersatzpflanzungen

Antwort Antrag auf Baumersatzpflanzungen

Text: Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit

 

 


 

Habichthochzeit
  • 31-Das-Habichtweibchen-ruft
  • 32-Der-Terzel-im-Anflug
  • 33_Und-Landung-auf-dem-Weibchenrücken
  • 34-Paarung-I
  • 35-Paarung-II

Die wunderschöne Rhinluchnatur ist natürlich der Berliner Stadtnatur weit überlegen, vor allem, wenn in Frühjahr die Weißstörche ankommen und im Herbst zehntausende Kraniche und Wildgänse hier rasten.

Und auch der weite Blick in die Rhinluchlandschaft ist Erholung für das Stadtauge, das sich nicht an die enge Bebauung gewöhnen mag. Trotzdem aber gibt es auch in Berlin die Möglichkeit für spektakuläre Naturbeobachtungen, über die wir an dieser Stelle ausnahmsweise einmal berichten wollen.

In einem kleinen Park in Berlin Wilmersdorf brütet seit einigen Jahren ziemlich erfolgreich der Habicht. Im letzten Sommer sind dort vier Jungvögel flügge geworden. Regelmäßig gehe ich dorthin, um die Vögel zu beobachten und zu fotografieren. Und Anfang März in diesem Jahr konnte ich eine Habichtpaarung miterleben. Das Habichtweibchen saß weit oben und laut rufend auf einem starken Fichtenast (Bild 1). Wie aus dem Nichts kam plötzlich das Habichtmännchen angeflogen (Bild 2) und landete auf dem Rücken des Habichtweibchens (Bild 3). Weit schallte das laute Rufen der Vögel während des Paarungsaktes (Bilder 4 + 5). Für die Natur- und Vogelfotografie braucht man nicht nur Ausdauer und Geduld, sondern immer auch etwas Glück, um zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Dieses Glück wünsche ich Ihnen auch bei Ihren Frühlingsspaziergängen durch die Rhinluchnatur.

Text und Bilder: Detlef Hase

 

 


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