Erprobung einer AUKM-Kooperative zur Etablierung einer flächenübergreifenden moorschonenden Nutzung im NSG Oberes Rhinluch

 AUKM = Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen

Förderrichtlinie: Konzeptionelle Zusammenarbeit für eine markt- und standortangepasste Landbewirtschaftung

Zeitraum: 01.04.2020 – 30.11.2022

 

Ziel des Projektes ist es, der weiteren Zersetzung des Moorkörpers durch ressourcen- und klimaschonende Bewirtschaftungsweisen entgegen zu wirken und gemeinsam in der Region Flächen zu arrondieren, auf denen Moorregeneration stattfinden kann.
Die angestrebten Maßnahmen zur Niedermoor-Regeneration kommen direkt dem Bodenschutz zugute und sichern somit die wichtigste Ressource der Landwirtschaft.


Unser Niedermoor braucht Wasser  -  „Moor muss nass sein“
Moorböden binden Kohlenstoff und können dadurch der Erderwärmung entgegen wirken. Unter diesen Umständen wächst auch hier im Oberen Rhinluch – einer Niedermoorlandschaft in der Nähe von Berlin – die Bereitschaft, das Wasser nicht sofort abzuleiten, sondern so lange wie möglich in der Region zu halten.
Im Rahmen unseres Projektes arbeiten wir gezielt mit unterschiedlichen Interessengruppen zusammen, um Lösungen für den Erhalt der noch verbliebenen Moorflächen zu finden.

Es gibt in unserer Projektregion bereits Nutzungskonzepte, die mit Hilfe von Vertragsnaturschutz- sowie Agrarumweltmaßnahmen gefördert werden. Innerhalb der Gebietskulisse ist jedoch in Bezug auf Moor-, Klima- und Vogelschutz ein breit abgestimmtes Konzept erstrebenswert, welches längerfristig Bestand hat.

Um passende nachhaltige Nutzungsmöglichkeiten herauszufinden, braucht es eine gemeinsame Bereitschaft aller Akteure. Hier soll der kooperative Ansatz helfen, mit Blick auf die Landschaft und deren Erhaltungsziele in einem breiten Bündnis zusammen zu entscheiden, welche Maßnahmen sinnvoll und machbar sind.
Die Erfahrungen aus dem Niederländischen Modell*, in dem kooperativ entschieden wird, welche Instrumente auf welchen Flächen umgesetzt werden können, fließen in dieses Projekt ein.
Vorschläge, welche konkreten Instrumente zur Förderung eingesetzt werden können, sind ebenfalls Inhalt des Planes: z. B. Moorschonende Stauhaltung, Nasswiesen-Beweidung, Nutzung von Energiepflanzen, Strategien für gemeinsame Techniknutzung usw.
Intensive Abstimmungen und gemeinsame Zielfestlegungen sind notwendig, um eine Regeneration des Niedermoors einzuleiten. Dies soll im Rahmen unseres Vorhabens auf den Weg gebracht werden.  

Akteure und Partner
Wasser- und Bodenverband, Landwirtschaftsbetriebe und Naturschutzverbände aus der Region, Deutscher Verband für Landschaftspflege, Kranichschutz Deutschland
Des Weiteren sind die Behörden des Landkreises Ostprignitz-Ruppin in beratender und unterstützender Funktion einbezogen.
Naturschutzfachliche Beratung erhalten wir u. a. durch: Naturschutzstation Rhinluch (LfU), Humboldt-Universität zu Berlin, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und DVL-Landesbüro Moor und Klima Brandenburg-Berlin.

Hintergrund
Für die Klimabilanz der nächsten Jahrzehnte wird die Vermeidung der hohen CO2- und N2O-Emissionen aus entwässerten Moorböden entscheidend sein. In der Regel reduziert das Anheben des Wasserstandes die CO2-Emissionen im Vergleich zu der dränierten Situation. Auf der anderen Seite steht die Methanfreisetzung, die durch Wiedervernässung erfolgt. Daraus folgt, dass es standortspezifisch einer genauen Abwägung bedarf.
Da das Obere Rhinluch eines der bestuntersuchtesten Niedermoore ist, sollen sowohl die Ergebnisse der Langzeituntersuchungen des ZALF Müncheberg (u. a. Dietrich, O., ZALF Müncheberg, 1994) als auch die der Humboldt-Universität zu Berlin (Zeitz, J.) in die Entscheidungsfindung einbezogen werden.

  • Rhinbogen_Beinwell
  • Rhinbogen_Kohldistel
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  • Rhinbogen_alterD-Graben1
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FOTOs: LFV Oberes Rhinluch e.V.

Bildunterschrift: Ein funktionierender, wachsender Moorkörper fungiert als Kohlenstoff-Senke, während er im Abbauprozess große Mengen von Kohlendioxid freisetzt. Auch regenerierte Moore binden wieder Kohlenstoff und verbessern so die Klimabilanz.