+++ LFV Ticker 2022-02-07 +++

 

Arbeitseinsatz am Unkenteich
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Bei herrlichem Winterwetter fand die Schilfmahd im Unkenteich statt. An beiden Tagen waren unverdrossene Mitglieder unseres Vereins sowie Freunde mit Harken, Forken und Motorsense im Einsatz. Mit geeigneter bodenschonender Technik standen uns Juliane und Sebastian Petri aus Kremmen zur Seite. Dank ihrer wendigen Moorraupe konnte der Lebensraum für Rotbauchunken und Co für das nächste Frühjahr effektiv vorbereitet werden. Neben offenen Flachwasserbereichen, in denen sich eine Unterwasserflora entwickelt, wurden auch Schilfbestände als Rückzugszonen belassen.

Das Zusammenharken des durch die Maschine geschnittenen Schilfes ist immer noch Handarbeit mit ganzem Körpereinsatz. Nach drei-vier Stunden gleichförmiger Tätigkeit lässt die Kraft irgendwann nach. Zum Glück standen den überwiegend reiferen Mitgliedern unseres Vereins noch drei junge Leute aus der Linumer Naturschutzstation zur Seite. Dafür ein herzliches Dankeschön. Die Kosten für den Einsatz der Technik werden durch das Landesamt für Umwelt (LfU) übernommen. Wir bedanken uns für diese wichtige Unterstützung.

Während des Arbeitseinsatzes bekamen unsere Kopfweiden am Unkenteich einen frischen Haarschnitt. Kopfweiden sind heute ein Kulturgut. Früher wurden diese Weiden jedes Jahr geschnitten, weil die Ruten zum Korbflechten verwendet wurden. Heutzutage übernehmen diese Aufgabe Mitglieder unseres Fördervereins, nicht um Körbe zu flechten, sondern um diese Weiden als Kopfweiden zu erhalten und das geschnittene Material als Begrenzung zum Obergrundkoppelteich aufzuschichten. Eine Tätigkeit, die mit großem Interesse vom Biber verfolgt wurde. Das von uns sorgfältig aufgeschichtete Weidenmaterial hatte sein Aussehen schon nach wenigen Stunden verändert: Abgenagt lag ein Teil der Zweige auf dem Weg verteilt. Die saftige Rinde ist die Leibspeise des Bibers.

Text: Karl-Heinz Sass + Jana Albrecht, Bilder: K.-H. Sass/ J. Albrecht / K. Michalek

 


 

Bibersicheres Wasserrohr
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Plötzlich war das Wasser weg – wer hat denn da den Hahn zugedreht? Der Biber war’s!

Im Sommer 2021 mussten wir feststellen, dass im Unkenteich plötzlich kaum noch Wasser war. Der Biber regelt bekanntlich den Wasserzu- und -abfluss so, dass der Wasserstand in seinem Lebensraum für seine Bedürfnisse optimal ist. Das bis zu 30 kg schwere Nagetier ist ein erstaunlich geschickter Baumeister, der nicht nur Staudämme aus Ästen, Zweigen, Wasserpflanzen und Schlamm baut, sondern auch geschickt Rohre verstopfen kann. So hatte im Sommer 2021 der Biber die Wasserzufuhr durch ein Rohr vom Teich Neubauers Koppel in den Unkenteich vollständig blockiert. Das Rohr war mit dicken Ästen und viel Schlamm völlig zugestopft.

Ohne Wasserzufuhr drohte der Unkenteich auszutrocknen, zum Schaden der vielen Amphibien dort. Mühsam haben wir die Rohrverstopfung beseitigt, das Wasser konnte wieder zum Unkenteich fließen. Das hat dem Biber aber gar nicht gefallen, folglich wurde das Rohr umgehend wieder zugestopft. Das nun hat uns nicht gefallen, also war erneut eine Rohrreinigung fällig. Das wiederum hat dem Biber nicht gefallen… usw. usw. Aus diesem Grund haben wir nun die Öffnung des Wasserrohrs mit einem Metallkorb so gesichert, dass der Biber nichts mehr in das Rohrinnere einbringen kann. Sicherlich wird das schlaue Tier nun versuchen, den Wasserabfluss an dem Metallkorb zu verhindern. Der lässt sich aber von außen besser reinigen als das zugestopfte Rohr. Der Wettstreit um die „richtige“ Wasserregulierung wird folglich weiter gehen und ist noch nicht endgültig entschieden.

Text: Detlef Hase, Fotos: André Neumann

 


 

Wasserablassen und Mahd des Obergrundkoppelteichs (Unkenteich) und warum das für die Amphibienpopulation vorteilhaft ist

Seit mehr als 30 Jahren hat der Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch e.V. den Obergrundkoppelteich gepachtet, um ihn nach speziellen Naturschutzaspekten zu gestalten und zu pflegen. In kraft- und zeitaufwendiger Arbeit sorgen Vereinsmitglieder dafür, dass der Teich übers Jahr mit einem optimalen Wasserstand versorgt wird.

In Zusammenarbeit mit der Naturschutzstation Rhinluch des Landesamtes für Umwelt Brandenburg wurde der Pflegeplan abgestimmt. Bei der Wasserhaltung, der Biotopgestaltung und -pflege wurden in erster Linie die Lebensraumbedürfnisse der Amphibien berücksichtigt.  Um das Artenspektrum des Teiches zu erfassen, erfolgten seit 2000 drei Fangaktionen, jeweils im Abstand von fünf Jahren. Dazu wurde im Frühjahr am Süd- und Ostufer ein Fangzaun, der landseitig mit Eimerfallen versehen wurde, errichtet. Bei jeder Fangaktion konnten so tausende Amphibien nach Art, Geschlecht und Altersstadium registriert werden. Als dominierende Arten wurden Rotbauchunke, Knoblauchkröte, Teichfrosch und Moorfrosch erfasst. Aber auch Seefrosch, Teichmolch und Kammmolch nutzen den Teich als Laichgewässer.

Selbstverständlich wurde das nächtliche Verhören als übliche Nachweismethode angewendet. Um diese landesweit bedeutende Amphibienfauna in ihrem Bestand zu schützen und zu fördern, wurden über die oben genannten Pflegemaßnahmen hinaus, weitere, wie das Ablassen des Wassers im Herbst und eine winterliche Schilfmahd, durchgeführt. Das Ablassen des Teichwassers führt zur Verringerung von natürlichen Fressfeinden, wie Fischen, und ermöglicht eine einfachere Mahd der großflächigen und dichten Schilfröhricht-Flächen. Selbstverständlich werden die Röhrichte nur in klar definierten Bereichen und mit Augenmaß gemäht und beräumt. Nach der Mahd wird der Teich sofort wieder gespannt, das heißt, der Teich wird geflutet. Das ist vor allem für verschiedene Brutvogelarten wichtig, die ihre Nester auf wasserumfluteten Vegetationsinseln bauen.

Die Röhrichtmahd ist zum Offenhalten des Amphibienlaichgewässers erforderlich, denn Amphibien benötigen für eine erfolgreiche Fortpflanzung, offene, gut besonnte und krautreiche Kleingewässer. Ohne die jährliche Mahd wäre der Obergrundkoppelteich inzwischen eine dichte, geschlossene Schilfröhricht-Fläche und als Amphibien-Laichgewässer ungeeignet. 

Wo überwintern unsere Amphibien eigentlich? Sie suchen passende Verstecke, wie Wurzelbereiche von Bäumen, Erdlöcher, Hohlräume unter Totholz und Kleinsäugergänge auf. Auch Reisighaufen mit viel Laub und Erdsubstrat sind ein beliebtes Winterquartier. Bei Amphibienpopulationen ist in den letzten Jahrzehnten ein dramatischer Rückgang feststellbar. Das gilt auch für unser gewässerreiches Brandenburg. So ergab eine Untersuchung im Landkreis Barnim, dass von 207 Kleingewässern, die in den 90er -Jahren noch als Laichgewässer fungierten, im Jahre 2021 nur noch 48 Gewässer Wasser führten, und 140 völlig ausgetrocknet sind (Schonert, B. 2021).  Vor diesem Hintergrund ist festzustellen, dass aufgelassene Fischteiche, wie der Obergrundkoppelteich, wegen der Möglichkeit, sie auch in Dürrejahren mit Zusatzwasser zu versorgen und somit vor dem Austrocknen zu bewahren, eine überregionale Bedeutung haben.

Die oben genannten Bestandsuntersuchungen haben den Erfolg und die Effizienz des Pflegemanagements ausdrücklich belegt. Denn, wer in warmen Mainächten das vielstimmige Unkenkonzert aus dem Obergrundkoppelteich hört, kann gut nachvollziehen, warum dieses Gewässer von den Linumer Bürgerinnen und Bürgern im Allgemeinen nur noch als „Unkenteich“ bezeichnet wird.

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  1. Der Unkenteich im Frühling
  2. Rotbauchunke in Wasservegetation. Ihr "Fingerabdruck", das Bauchmuster, ist gut zu erkennen.
  3. Die nur 5 cm große Unke pumpt ihren gesamten Körper auf, um ihr unverwechselbaren Rufe abzugeben. Außerdem überträgt sie die Schallwellen auf die Wasseroberfläche.
  4. Seefrosch im Unkenteich
  5. Moorfrösche in blauer Hochzeitstracht - ein Anblick der aktuell immer seltener wird.
  6. Moorfroschportrait: nur die Männchen verfärben sich während der Amphibienbalzzeit so imposant


    Text: Manfred Wolf, Bilder: Detlef Hase, Harl-Heinz Sass

 


 

Klimaschutz im Rhinluch und neue Perspektive für Kiebitz & Co
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Fast 10 Millionen Euro erhält Brandenburg vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV), um damit in drei Pilotregionen die Umstellung auf eine moorerhaltende landwirtschaftliche Nutzung von Niedermoorflächen zu erproben. Bekanntlich setzt die Entwässerung und intensive Bewirtschaftung von Mooren erhebliche Mengen des klimaschädlichen CO2 frei. Moorschutz ist deshalb aktiver Klimaschutz.

Mit den Projektmitteln wird nun über einen Zeitraum von zehn Jahren die Umstellung der Landwirtschaft auf nasse Bewirtschaftung von Moorflächen gefördert. Dazu gehört auch der Aufbau nachhaltiger und rentabler Verwertungsketten für die jährlich anfallende Biomasse. Eines der drei Projektgebiete liegt im Oberen Rhinluch, wo auch eine Beratungsstelle für die nachhaltige Moorbewirtschaftung und Vermarktung der Moorbiomasse entstehen soll. Aus unserer Sicht sind der Wasserrückhalt und eine moorschonende Bewirtschaftung sinnvoller Klimaschutz und zugleich Artenschutz.

Wird das Winterwasser nicht über die zahllosen Gräben abgeführt, sondern im Gebiet gehalten, wird das dazu beitragen, die Sommertrockenheit abzufedern. Für Watvögel, wie z. B. Kiebitz oder Brachvogel, können damit alte Lebensräume und Brutgebiete zurückgewonnen werden. Aus Sicht des Naturschutzes ist dies sehr wünschenswert. Vielleicht sind im Frühjahr bald wieder mehr Kiebitze bei ihren rasanten Balzflügen zu beobachten.

Text: Detlef Hase + Jana Albrecht; Bilder: Detlef Hase


 

Singschwäne im Teichland Linum
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  • 03-Singschwäne-mit-Höckerschwan
  • 04-Drei-junge-Singschwäne
  • 05-Gefiederpflege
  • 06-Kräftiges-Flügelschlagen
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Nicht nur im Frühjahr und im Herbst sind das Teichland Linum und das NSG Oberes Rhinluch wichtige Raststationen für Kraniche, Gänse und viele andere Zugvogelarten.

Auch im Winter ist die Region ein wichtiger Trittstein für den internationalen Vogelzug. So konnten in diesem Januar mehrere Hundert Singschwäne im Linumer Teichgebiet beobachtet werden. Die Vögel mit der markanten gelben Schnabelwurzel fliehen vor dem kalten Winter im Norden in die gemäßigte mitteleuropäische Klimazone, um hier zu überwintern. Bekannt sind beispielsweise die Singschwantage im Nationalpark Unteres Odertal Ende Januar, die jedoch wegen der Coronapandemie in diesem Jahr von der Nationalparkverwaltung abgesagt worden sind. Auch in den brandenburgischen Elbtalauen und in der Havelregion rund um den Gülper See sind die laut rufenden Schwäne in den Wintermonaten regelmäßig zu beobachten.

Wir freuen uns, dass sich die Vögel in diesem Jahr in großer Zahl im Linumer Teichland aufhalten. Die Singschwäne sind jedoch viel scheuer als Höckerschwäne und halten sich meistens im öffentlich nicht zugänglichen Teichgebiet auf. Mit etwas Glück sind die Vögel jedoch im Flug über den Teichen zu sehen.

Text + Bilder: Detlef Hase

 

 


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