+++ LFV Ticker 2022-03-27 +++

 

Die Kranichbrutpaare sind wieder da!
  • 11_Mitte_Februar_Ankunft_im_Brutgebiet
  • 12_Ende_März_Sprung_auf_das_Kranichnest
  • 13_Auf_dem_Kranichnest
  • 14_Ende-April_Zwei_Kranichküken_sind_geschlüpft
  • 15_Zwiegespräch
  • 16_Kopf_an_Kopf

Im Herbst sind die großen und laut rufenden Kranichgruppen im international bedeutsamen Kranichrastgebiet Rhin-/Havelluch nicht zu übersehen.

Der Frühjahrszug der Kraniche ist weniger auffällig, die Vögel ziehen möglichst schnell weiter in ihre Brutgebiete im Nordosten Europas. Aber auch in unserer Region gibt es zahlreiche Brutpaare.

Im Brutgebiet verhalten sich die Kraniche ziemlich heimlich, um den Brutplatz zu schützen. Das Kranichnest muss von knietiefem Wasser umgeben sein. Das verhindert die unbemerkte Annäherung möglicher Nesträuber wie z. B. Fuchs, Marder, Waschbär oder Wildschwein. Menschen sollten sich von den Brutplätzen fern halten. Kommen sie dem Brutplatz zu nahe, verlassen die großen grauen Vögel das Nest und die beiden Kranicheier oder kleinen Küken bleiben dann schutzlos zurück. Bereits im Februar sind die ersten Kranichpaare wieder in ihrem Brutgebiet zu sehen. Nach etwa 4 Wochen Brutdauer schlüpfen im April die Kranichküken. Fehlt Wasser um das Kranichnest oder mangelt es an Würmern und Insektennahrung für die Küken ist die Kranichbrut gefährdet.

Eine Wiedervernässung von Moorgebieten und die extensive Bewirtschaftung von Grünflächen nutzen folglich nicht nur dem Klimaschutz, sondern auch den bei uns brütenden Kranichen.

Text und Bilder: Detlef Hase

1 Ankunft im Brutgebiet
2 Sprung auf das Kranichnest
3 auf dem Kranichnest
4 2 Küken sind geschlüpft
5 Zwiegespräch
6 Kopf an Kopf

 

 


 

Natur-Fotogeschichten: Einladung zur Ausstellungseröffnung
  • 11_Das_Brautgeschenk_I
  • 12_Das_Brautgeschenk-II
  • 21_Sprung_ins_Leben_I
  • 22_Sprung_ins_Leben_II
  • 31_Am_Graureihernest_I
  • 32_Am_Graureihernest_II
  • 41_Armer_Moorfrosch_I
  • 42_Armer_Morrfrosch_II
  • 51_Futterneid_I
  • 52_Futterneid_II

 

Ein gutes Foto soll eine Geschichte erzählen, so heißt es. Mehrere Fotos können die Geschichte noch besser erzählen, sagt Detlef Hase. Seit über 30 Jahren ist der Autor des Buches „Vögel fotografieren – Fantastische Fotos federleicht“ (Bildner-Verlag 2022) mit seiner Kamera unterwegs, um die einheimische Vogelwelt zu fotografieren.

Zu Sonntag, den 03.04.2022, laden wir die Mitglieder des Landschaftsfördervereins Oberes Rhinluch e.V. und alle anderen Interessierten herzlich zur Eröffnung der Ausstellung „Natur-Fotogeschichten“ in die NABU-Storchenschmiede in Linum (Nauener Str. 54, 16833 Fehrbellin/OT Linum) ein. In 25 abwechslungsreich gestalteten Rahmen werden kleine Bildserien gezeigt, die Verhaltensweisen und schöne Beobachtungen dokumentieren. Detlef Hase wird zum Start der Ausstellung um 11:30 Uhr einen ca. 30 minütigen Bild-Vortrag zu diesem Ausstellungsprojekt halten. Text und Bilder: Detlef Hase

1 und 2  Brautgeschenk I und II
3 und 4 Sprung ins Leben I und II
5 und 6  Am Graureihernest
7 und 8  armer Moorfrosch
9 und 10  Futterneid

 


 

Amphibienmonitoring am Obergrundkoppelteich

Vor dem Hintergrund des dramatischen Rückgangs bei Amphibienpopulationen im Land Brandenburg (s. LFV Ticker 2022-02-07) führen wir in diesem Frühjahr eine Monitoringuntersuchung am Obergrundkoppelteich, dem sogenannten Unkenteich, durch.

Dazu wurde in Teilabschnitten des Süd- und Ostufers ein Folienzaun mit Eimerfallen aufgebaut. Der anstrengende Aufbau des Fangzauns wurde von MitarbeiterInnen der Naturschutzstation Rhinluch, der Storchenschmiede, des Agena e.V. und des LFV Oberes Rhinluch am 1. März gemeistert.

Der Folienzaun schrankt ca. 370 m in L-Form im Uferbereich ab. Der Zaun fängt die aus den Winterquartieren anwandernden Tiere ab und leitet sie zu den Fangeimern. Diese sind bündig an die Folie anschließend eingegraben und haben einen Abstand von 10 m zueinander. Sie haben einen dichten Boden, auf dem ein Schwamm liegt, der für die Eimerfeuchte sorgt und als Deckung und Ruheinsel für „Beifänge“, wie Mäuse und Insekten, dient. Um Insekten das Rausklettern zu ermöglichen, sind die Eimer mit einer Ausstiegshilfe versehen. Die Ausstiegshilfen bestehen aus rauen, aber dünnen Stöckern, die zwar den Insekten das Rausklettern ermöglichen, aber nicht den Amphibien. Die Fangeimer sind mit wenig Wasser befüllt, um ein für Amphibien günstiges feuchtes Mikroklima zu erzeugen.

Die Zaunkontrollen - unter der Regie der Naturschutzstation - erfolgen mehrmals täglich. Das beschränkt die Verweildauer der Tiere in den Eimern auf ein Minimum. Die Amphibien werden nach Art, Geschlecht und Altersspektrum systematisch erfasst und sofort zur weiteren Teilnahme am Laichgeschehen in den Unkenteich gesetzt. Im Jahre 2001 wurde an diesem Standort die erste Amphibienerfassung, und in der Zwischenzeit noch vier weitere, durchgeführt. Um eine Vergleichbarkeit der erhobenen Daten zu ermöglichen, wurde bei sämtlichen Untersuchungen dieselbe Methodik, was Jahreszeit, Zaunstandort und Fallenzahl betrifft, angewandt. Bei jeder Untersuchung wurde die sogenannte Hinwanderung der Amphibien zum Laichgewässer erfasst.

Aus welchem Grund haben wir uns für diese so material-, arbeits- und zeitaufwendige Untersuchungsmethode des Abschrankens mittels Fangzaun entschieden? Sie deckt, wie beschrieben, alle Erfassungsaspekte umfänglich ab. Mit dieser Methode ist die qualitative und die quantitative Art-Erfassung möglich. Andere Erfassungsmethoden, wie das Verhören, das Keschern, das Leuchten und der Kleinreusenfang können jeweils nur Teil-Aspekte abdecken.

Zum Abschluss noch eine Bitte: Sollten Sie auf einem Ihrer Spaziergänge am Fangzaun entlangkommen, so belassen Sie die Tiere in den Fangeimern, denn eine unkontrollierte Entnahme würde das Erfassungsergebnis verfälschen. Belassen Sie bitte auch das Zubehör, wie Schwämme und Ausstiegshilfen, in den Fangeimern, denn sie dienen dem Tierwohl.

Nach Beendigung der Amphibien-Hinwanderung wird der Fangzaun selbstverständlich rückstandlos zurückgebaut.

Bei besonderen Beobachtungen oder Fragen können Sie sich unter 033922 9090760 an die Naturschutzstation Rhinluch wenden. Nach Abschluss dieses Monitorings werde ich an dieser Stelle über die Ergebnisse berichten.

Text & Foto: Manfred Wolf

  • 01-Moni_Foto_1_Zaunbau_red
  • 02-Moni_Foto_2_red
  • 03-Moni_Foto3_Falle_red

 

Foto 1: Die Zaunfolie wird in die Pfosten gefädelt
Foto 2: ….und mit den Pfosten verschraubt
Foto 3: Das richtige Eimereingraben ist entscheidend für die gute Fängigkeit

 


 

Ankündigung der Frühjahrstagung der Brandenburger und Berliner Feldherpetologen 2022 in Linum

Die NABU-Landesfachausschüsse der Brandenburger und Berliner Feldherpetologen führen gemeinsam mit der Naturschutzstation Rhinluch, Landesamt für Umwelt Brandenburg, vom 29.04. bis zum 01.05.2022 die Frühjahrstagung in Linum durch.

Die Durchführung dieser Tagung war bereits im Frühjahr 2020 aus Anlass der Stationsjubiläen, „30 Jahre Herpetologische Fachstation des LUA Brandenburg“ und „20 Jahre Naturschutzstation Rhinluch“, geplant. Pandemiebedingt musste die Tagung, wie auch in 2021, verschoben werden, und soll nun in 2022 durchgeführt werden.

Traditionell wird die Tagung am Freitagabend mit einem Abendvortrag eröffnet. In diesem Jahr wird Karl-Heinz Sass vom LFV Oberes Rhinluch den Vortrag halten.

Am Sonnabendvormittag, 30.04., werden weitere Fachvorträge angeboten. Die Tagung wird entsprechend der aktuellen Corona-Verordnung durchgeführt. Aus diesem Grunde werden alle Vorträge im Gemeindezentrum Linum stattfinden, da der Vortragsraum der Naturschutzstation für einen größeren Teilnehmerkreis nicht ausgelegt ist.

Nachmittags werden gruppenweise verschiedene Exkursionsziele zur Amphibienkartierung angesteuert. Die Exkursionsziele sind mit denen identisch, die bei der ersten Linumer Herpetologentagung in 2001 untersucht worden sind. Die Ergebnisauswertung wird dann Aufschluss über Veränderungen bei der Gebiets-Amphibienfauna, aber auch bei den Lebensräumen, geben.

Die Sonntags-Exkursionen werden in verschiedene Reptilienlebensräume führen, und auch dabei sollen die 2001-Exkursionsgebiete (nach)kartiert werden.

Für die Tagung werden keine Gebühren erhoben und die Teilnahme ist für alle Interessierten möglich. Für die Exkursionen sind wetterfeste Kleidung, am besten auch Gummistiefel, ein Kescher, Fernglas (falls vorhanden) und Verpflegung mitzubringen.
Die Anmeldung erfolgt über die Naturschutzstation Rhinluch oder über die Web-Seite des Stations-Fördervereins Agena e.V. www.agnatur.net. Über diese Seite wird auch das detaillierte Tagungsprogramm zeitnah veröffentlicht.

Manfred Wolf

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  • 02-BuB_Foto_2_Kescherfang_red
  • 03-BuB_Fot_3_Fotograf_red

Bildunterschriften:

Foto 1: HerpetologInnen vor der Kartierung
Foto 2: …und beim Kescherfang im Feldeinsatz
Foto 3: Reptilienexperte beim Fotonachweis

 


 

NATURA 2000-Kartierung startet im Oberen Rhinluch

 

Das Obere Rhinluch gehört zum Schutzgebietsnetzwerk NATURA 2000.
Dieses Netzwerk wurde 1992 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen. In den Natura-2000-Gebieten sind besonders wertvolle wildlebende Arten und natürliche Lebensräume geschützt – DAS europäische Naturerbe sozusagen!

Für Kraniche, Rotbauchunken, Kammmolche, Steinbeißer und Schlammpeitzger (zwei geschützte Fischarten) sowie zahlreiche weitere Arten ist das Obere Rhinluch ein bedeutsamer Lebensraum. Was für deren Erhalt zu tun ist, wird nun in einem Planungsprozess im Dialog mit Behörden, Landnutzern, Wasser- und Bodenverbänden und Anwohnern festgelegt.
Anfang 2022 hat die Stiftung NaturSchutzFonds diesen Prozess für das Flora-Fauna-Habitat(FFH)-Gebiet Oberes Rhinluch gestartet. Für den Austausch mit den Menschen, die in dem Gebiet leben und wirtschaften, sind zahlreiche Informationsveranstaltungen und Exkursionen geplant.
Der Landschaftsförderverein wird die Termine regelmäßig bekannt geben.
Informationen über die Gebiete und Veranstaltungstermine können auch direkt über die Webseite www.natura2000-brandenburg.de eingesehen werden.

Text: Sita Deeg (NaturSchutzFonds), Jana Albrecht

 


 

Es geht ums Wasser…
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Die Stürme im Februar 2022 hatten zur Folge, dass auf der Zufahrtsstraße nach Linumhorst mindestens 15 Bäume gebrochen und/oder umgestürzt sind. Es kamen insbesondere die Bäume in Schwierigkeiten, die nah am Gabenrand stehen/standen.

Viele Alleebäume haben in den letzten Jahren ihre Vitalität und Standfestigkeit eingebüßt. Warum ist das so? Mehrere Faktoren kommen da zusammen. Neben der Baumart und dem allgemeinen Zustand des Baumes spielt auch die langjährige Vernachlässigung der Straßenbäume in der 3. Reihe eine Rolle. Wenn sie fehlen, erhöht sich die Wind-Last auf die Allee. Ein weiterer Faktor, der den Bäumen zu schaffen macht, sind die extrem schwankenden Wasserstände. Die Gräben rund um Linumhorst waren nach dem Winter 2021/2022 sehr gut gefüllt, teilweise bis zur Oberkante der angrenzenden Wiesenflächen. Einige Luch-Bewohner konnten ihre Gärten nicht ohne Gummistiefel betreten. Ein Zustand der Natur, den die langjährigen Bewohner kennen und der sie deshalb nicht weiter stört.

Innerhalb der ersten Märzwoche jedoch verschwanden die Pfützen auf den Wiesenflächen und die schmatzenden Laute beim Betreten des Gartens auffällig rasch. Die Gräben an der Zufahrtsstraße hatten ebenfalls extrem an Wasser verloren. Am 04. März bekamen einige Anwohner mit, dass am Schöpfwerk Linumhorst die Pumpen arbeiteten. Der Pegel war innerhalb kurzer Zeit von 1,80 auf unter 1,60 gefallen.
Fazit: der Automatismus am Schöpfwerk ist dringend zu hinterfragen. Ein Sensor kann nur die Pumpen entsprechend der voreingestellten Werte ansteuern, er kennt aber nicht die Wetterprognosen. Hier ist zwingend der Mensch und seine Vernunft gefordert. Ansonsten laufen die Pumpen gegen uns - und gegen die Natur. Es steht den Erfordernissen der Landschaft entgegen, den Wasserstand frühzeitig abzusenken und dem Moor seine Grundlage zu entziehen. Das Rhinluch braucht ganzjährig Wasser und besonders im Frühjahr und Sommer, während der Vegetationsperiode.

Daher müssen sich die Ein- und Ausschaltpeile auf das Erfordernis des vorbeugenden Katastrophenschutzes beschränken. Zusätzlich muss sichergestellt sein, dass die Pumpentätigkeit unkompliziert aufgrund zu erwartender Wetterentwicklungen von Hand nachjustiert werden kann.

Die vom BUND ausgezeichnete „Allee des Jahres“ steht unter Schutz. Ihre Einzigartigkeit – vier Kilometer lang schlängelt sie sich bis Linumhorst – wird leider auch durch das derzeitige Wassermanagement gefährdet.

Torsten Seeger, Alex Rathmann

 

 

 


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