Verein Rundbriefe

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Verein Rundbriefe
Mitglieder-Rundbrief  II / 2018
Kremmen, im Juni 2018

 

Liebe Vereinsmitglieder, Freunde & Förderer des Oberen Rhinluchs,

der kalendarische Sommer steht in den Startlöchern, die Sonne brennt, die Hitze drückt und wochenlange extreme Trockenheit nervt Mensch und Natur, besonders in Brandenburg. Unsere Konzentration ist erschwert und zu aller Freude (oder zum Ärger einiger) findet gerade die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland statt. Dennoch möchten wir nicht darauf verzichten, Sie mit unserem halbjährlichen Rundbrief über das Vereinsgeschehen zu informieren. Bitte folgen Sie uns nun bei unserer Rückschau auf das Vereinsleben in die kühleren, aber nicht minder reizvollen Jahreszeiten Winter und Frühjahr. Sodann wagen wir einen kurzen Ausblick in das kommende Geschehen. Los geht´s:

 

Aufgrund des doch recht milden Winters konnten unsere Arbeiten im Obergrundkoppelteich („Unkenteich“) in Linum nicht plangemäß starten. Es fehlte einfach der Frost, der den Boden des Teichs gründlich härtet, damit wir einen ordentlichen Schilfschnitt vornehmen konnten. Die notwendigen Arbeitseinsätze wurden immer wieder verschoben - bis es schon fast zu spät war. Aber Ende Februar kam unser „Retter mit der Pistenraupe“ (Landwirt Sebastian Petri) und sorgte mit der eigens angebrachten Schilfmahdvorrichtung für einen sauberen Schilfschnitt im Unkenteich. Filigrane Restarbeiten und die Schilfentsorgung nahmen dann Vereinsmitglieder vor. Die Aktion hat sich wieder gelohnt: Weil in den übrigen Teichen dieses Jahr der Fischbestand zu hoch war, wanderten besonders viele der seltenen Rotbauchunken in die nun bestens hergerichtete Kinderstube ein. Was für ein Frühlingskonzert!

 

Kein Konzert gab es auf unserer Mitgliederversammlung im März, dafür aber einen interessanten Vortrag vom ehemaligen Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Fehrbellin, Detlef Glase, über die Nutzungsgeschichte des Oberen Rhinluchs in früheren Zeiten. Neben der Berichterstattung des Vorstandes und der Arbeitsgruppen sowie der Vorstellung des Kassenberichtes erfolgte wegen des berufsbedingten Ausscheidens des langjährigen Vorstandsmitgliedes Torsten Seeger und des im vergangenen Jahr verstorbenen Ekkehard Hinke eine Nachwahl zum Vorstand. Neu in der Vorstandsriege sind jetzt Axel Radtke aus Beetz und Manfred Wolf aus Berlin, der vielen bereits aus früheren gemeinsamen Projekten mit der Naturschutzstation Rhinluch bekannt ist.

Eine für die Vereinszukunft wichtige Entscheidung wurde am 24.03.2018 von der Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen: Wir beabsichtigen die Einstellung eines Geschäftsführers bzw. einer Geschäftsführerin. Organisatorisches Talent, Kenntnisse in der Büroarbeit und Erfahrung im Naturschutzbereich wünschen wir uns. Und idealistisch veranlagt sollte er/sie auch noch sein, denn leider wird man nicht reich bei dieser Aufgabe. Lediglich eine Bezahlung auf Basis einer geringfügigen Beschäftigung ist uns derzeit möglich. Bewerbungen nimmt der Vorstand schon jetzt herzlich gern entgegen, so dass wir mit etwas Glück bereits zum Ende des Jahres den Geschäftsführerposten kompetent besetzen können.

 

Um die praktische Umsetzung der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) die bereits Ende Mai in Kraft getreten ist, haben wir uns auch gekümmert. Sie können nunmehr jederzeit beim Vorstand erfragen, welche Daten wir zu welchen Zwecken von Ihnen speichern. Die Mitglieder und Freunde, die in unserem Ticker-Verteiler gelistet sind, hatten wir bereits im letzten Vereinsticker auf die neue Verordnung hingewiesen, (www.oberes-rhinluch.de/termine-infos/lfv-ticker). Und falls Sie der Meinung sind, dass wir zu viele Daten von Ihnen verarbeiten, können Sie jederzeit Widerspruch einlegen. Anruf, Brief oder E-Mail genügen.

 

Kräftig in die Hände gespuckt und die Ärmel hochgekrempelt haben Vereinsmitglieder bei der Fortführung unseres Windschutzstreifen-Pilotprojekts am D-Graben bei Linumhorst. In diesem Frühjahr konnten nun endlich die heimischen und standortgerechten Bäume und Sträucher gepflanzt, gewässert und gepflegt werden - aber erst, nachdem eine vom LFV beauftragte Firma den Wildschutzzaun im letzten Projektabschnitt gesetzt hatte. Das Projekt ist somit vorerst bis auf die Pflegeeinsätze abgeschlossen. Jetzt sollten möglichst (Windschutzstreifen-)Flächenbesitzer gefunden werden, die unserem guten Beispiel folgen. Windschutzstreifen sind wichtige Landschaftsmerkmale der Kulturlandschaft im Oberen Rhinluch und tragen zu deren Erhaltung und Aufwertung bei. Unter diesem Motto hat sich der LFV bei einem Wettbewerb der Stiftung Deutsche Landschaften um einen der ersten drei Geldpreise beworben. Eine Entscheidung der Jury steht noch aus.

 

Der abwechslungsreich strukturierte und schützenswerte Wald bei Beetz, Sommerfeld, Hohenbruch, Neuhof und Neuendorf ist immer noch durch die Planungsabsicht bedroht, dass sich dort bald Windkraftanlagen drehen. Damit es hierzu nicht kommt, engagiert sich unser Verein weiterhin gegen das geplante Windeignungsgebiet 34 (WEG). Die fast 3.000 gesammelten Unterschriften der vom Verein initiierten Petition mit dem Titel "Naturschutz statt Naturzerstörung - Keine Windräder in unserem Wald!" wurden Mitte Februar an den Leiter der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel und Anfang März an den Landrat des Landkreises Oberhavel, Ludger Weskamp, sowie den Kreistagsvorsitzenden (stellvertretend für die Kreistagsmitglieder) im Rahmen der Kreistagssitzung übergeben. Landrat und Kreistagsvorsitzender fühlen sich leider für unser Anliegen nicht zuständig und verweisen an andere Entscheidungsträger, wie z.B. die zuständige Planungsgemeinschaft und die zuständige Regionalversammlung. Diese Verweigerungshaltung, sich ernsthaft mit unseren Argumenten auseinander zu setzen, trägt nicht gerade zum Vertrauen in die Politik bei. Inzwischen haben wir auch Rechtshilfe in Anspruch genommen und ein sachkundiger Umweltanwalt hat unsere Argumente noch einmal arten- und naturschutzrechtlich bewertet und die zuständigen Planer und Entscheider per Brief aufgefordert, dass WEG 34 aus der Planung heraus zu nehmen, um einen rechtsfehlerhaften Gesamtplan zu vermeiden.

Wir setzten weiterhin unsere Aufklärungsarbeit über dieses Waldgebiet mit Ausstellungen in Hohenbruch (Februar) und in Kremmen auf dem Spargelhof (Mitte April bis Ende Juni) fort. Viele interessierte Bürger kamen zu den Eröffnungen. Durch unseren u.a. auch sehr öffentlichkeitswirksamen Protest zum Schutz des Waldes wurde die Deutsche Wildtier Stiftung aus Hamburg auf unseren Verein aufmerksam und nahm Kontakt zu uns auf. Die Stiftung und der LFV streben nun zur Verhinderung des Windeignungsgebietes eine enge Zusammenarbeit an. Eine Begehung des Waldes mit einer Mitarbeiterin fand im April statt. Fazit: Es lohnt sich auch aus Sicht der Waldexpertin, um diesen Wald zu kämpfen!

Dass es sich in der Tat um einen schutzwürdigen Wald handelt, beweist nun auch die seit 01.01.2018 gültige Waldfunktionskarte der Landesforstbehörde Brandenburg. Das gesamte WEG gilt als Erholungswald der Stufe 2, ungefähr 50 % des Waldes sind als ökologisch wertvolle Waldbestandteile gekennzeichnet. Hiervon konnten sich auch die Teilnehmer*innen der Frühlingswanderung zur Riesen-Rotbuche überzeugen, die Ende Mai stattfand. Eine Wiederholung dieser Waldwanderung im WEG 34 soll im Herbst erfolgen (siehe Veranstaltungsplan).

Mit dem Ausblick auf Kommendes laden wir Sie zu der vom LFV in Zusammenarbeit mit dem Spargelhof Kremmen organisierten Informations- und Diskussionsveranstaltung ein. Unter dem Motto "Rettet diesen Wald" debattieren am 30. Juni 2018 u.a. Vertreter des Naturschutzes mit dem Leiter der Regionalen Planungsgemeinschaft, die für die Ausweisung von Windeignungsgebieten zuständig ist. Auch Kritiker des weiteren Windkraftanlagenausbaus in Brandenburg kommen auf dem Spargelhof Kremmen genauso zu Wort wie eine Mitarbeiterin der Deutschen Wildtier Stiftung (siehe oben), die begründet, warum Windräder im Wald nachhaltig die gesamte Waldökologie, also Flora und Fauna, schädigen.

Es ist uns gelungen, als Moderator der Veranstaltung den bekannten rbb-Inforadio-Moderator Dietmar Ringel zu gewinnen (siehe Veranstaltungsplan). Übrigens: Im August will die Regionalversammlung den sachlichen Teilplan Freiraum und Windenergie beschließen. Ob nun mit oder ohne das WEG 34 und wie die Planungsgemeinschaft letztlich auf unsere rechtliche Expertise (siehe oben) reagieren wird, ist noch unklar – es bleibt spannend!

 

Kaum erwarten können wir die Veröffentlichung unseres ersten Vereinsbuches mit dem Titel "Im Oberen Rhinluch - Unser schönes Naturerbe". Darin möchten wir auf 224 Seiten mit ca. 240 schönen Fotos die Naturbesonderheiten im Oberen Rhinluch vorstellen. Ausgangspunkt für das geplante Buch ist die LFV-Zeitungsserie im "Ruppiner Anzeiger". Der offizielle Verkaufsstart mit Buchpräsentation und Ausstellung der 20 schönsten Fotomotive aus dem Buch findet am 23.09.2018 um 14:00 Uhr in der Museumsscheune in Kremmen statt (siehe Veranstaltungsplan).

Auch in unserem Vereinskalender des Jahres 2019 zeigen wir überwiegend Naturmotive aus dem geplanten Buch, denn wir wollen unseren Kalender gleichzeitig als Werbung für das Buch nutzen. Das Buch ist ein Gemeinschaftsprojekt von LFV-Mitgliedern, die ein Autoren- und Fotografenteam gebildet haben, von dem Texte und Naturmotive dem LFV kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. An dem Projekt haben Sebastian Partzsch, Helga Müller-Wensky, Karl-Heinz-Sass, Torsten Seeger, Gaby Dallinger Stiller, André Neumann, Dietlind Senger, Klaus Michalek und Detlef Hase mitgearbeitet. Da es uns gelungen ist, erfolgreich eine Projektförderung zu beantragen, können wir 50 % der Gesamtkosten für die drucktechnische Bearbeitung und den Druck des Buches durch Fördermittel aus der Konzessionsabgabe Lotto des Landes Brandenburg finanzieren. So wird es uns möglich sein, das Buch zu einem ziemlich günstigen Preis auf den Markt zu bringen, ohne die Vereinskasse allzu sehr zu strapazieren. Lassen Sie sich also überraschen!

 

Weitere Arbeitsschwerpunkte des vergangenen Halbjahres waren u.a. die Unterstützung der Bürgerinitiative "Contra Eierfabrik" aus Oranienburg/ OT Zehlendorf mit einer aus natur- und artenschutzrechtlichen Bedenken getätigten schriftlichen Einwendung gegenüber dem Landesamt für Umwelt mit Ablehnung des Vorhabens zur Errichtung von (Bio!)-Legehennen-Anlagen mit über 80.000 Hühnern, die Fertigung einer Stellungnahme zum Entwurf des Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion mit Forderung der Aufnahme der Schleuener Heide u.a. und des gesamten SPA Rhin-/ Havelluch in den Freiraumverbund sowie schriftliche Kontaktaufnahme zum Infrastrukturministerium des Landes Brandenburg zwecks Erhalts der maroden Brücke über den Alten Rhin bei Linumhorst für landwirtschaftliche und ggf. touristische Zwecke.

 

Sie sehen: Viel Vereinsarbeit wird auch vom heimischen Schreibtisch aus erledigt. Trotzdem möchten wir es möglichst vermeiden, dass Aktionen inmitten der Luch-Natur seltener werden.

 

Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen mit Ihnen!

Es grüßt sie stellvertretend für den gesamten Vorstand

 

u-partzsch

Sebastian Partzsch

 

 

Kurz-Info

Unser als gemeinnützig anerkannter Verein, hat 250 Mitglieder. Vorrangig kommen diese aus Brandenburg und Berlin. Unsere weit entferntesten Mitglieder wohnen in Illinois (USA) und Oxford (GB).

 

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