19

canlı iddaa sitelerinin

tüvtürktüvtürk

PDF

 


Im Oberen Rhinluch - Unser schönes Naturerbe (19)


 

Ein hübsche Schwanenblume: Bereits verschwunden?

 

11-schwanenblume

(Foto: Detlef Hase)

 

„Sag mir wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben? Sag mir wo die Blumen sind, was ist gescheh’n?“ Viele ältere Leser werden wahrscheinlich diese ins Deutsche übersetzten Liedzeilen von Pete Seeger, dem US-amerikanischen Folk-Musiker, Friedens-aktivisten und Umweltschützer noch kennen, der das weltberühmte Antikriegslied „Where Have All the Flowers Gone?“ im Jahr 1955 geschrieben hat. Auch in Deutschland wurde das Lied von vielen Künstlerinnen und Künstlern gesungen. Eine der ersten war Marlene Dietrich im Jahr 1962.

Warum beginnen wir dieses Kapitel mit diesen Zeilen? Im August 2017 waren wir zu zweit mehrere Stunden im Luch unterwegs, um nach der hübschen Schwanenblume Ausschau zu halten. Wir besuchten die uns bekannten Stellen, an denen sie früher oft geblüht hat. Aber leider vergeblich. Und so kommen einem dann diese Liedzeilen in den Sinn: Ist unsere Lebens- und Produktions-weise nicht auch eine Art „Krieg“ gegen die heimische Flora und Fauna?

Die Schwanenblume (Butomus umbellatus) - teilweise auch „Wasserviole“ oder „Blumen-binse“ genannt - war 2014 „Blume des Jahres“. Wie bei der Auswahl zum „Vogel des Jahres“ soll mit einer solchen Wahl auf die aktuelle Gefährdung einer bedrohten Art und ihrer Lebensräume hingewiesen werden. Das Bekanntgeben einer „Blume des Jahres“ war übrigens eine Idee von Loki Schmidt, der Gattin des früheren Bundeskanzlers Helmut Schmidt.

Die Schwanenblume ist eine Charakterart der Flussauen, Marschlandschaften, Nieder-moore und Feuchtgebiete; also von Gebieten, die gewöhnlich reich an Gewässern sind. Als Wasserpflanze wächst sie gerne in Ufernähe im seichten Wasser. Sie kann allerdings vorübergehend auch Perioden überstehen, in denen der Grund einmal nicht überflutet ist. Auch in größeren, regelmäßig wasser-führenden Gräben kann die Pflanze gut gedeihen. In solchen Gräben konnte man bisher auch im Oberen Rhinluch diese Blume mit dem einprägsamen Namen noch entdecken. Die Namensgebung bezieht sich nicht etwa darauf, dass unsere bekannten Höckerschwäne diese Pflanze gerne futtern, sondern auf den schwanenhalsartig gebogenen Griffel, einer Verlängerung des Fruchtknotens.

Die Pflanze gedeiht besonders gut an leicht wärmebegünstigten Standorten mit nährstoffreichem Wasser. Gefährdet ist sie vor allem durch Maßnahmen zur Wasserableitung und häufiger Grund-räumung von Gräben, bei der ihre Wurzelstöcke heraus gerissen werden. Hinzu kommt eine Tendenz zu sehr trockenen Sommern, mit der Konsequenz sinkender Wasserstände und allmählich austrocknender Gewässer - wenn man einmal von den Ausnahmesintfluten Ende Juni 2017 absieht. Es wird spannend sein zu beobachten, ob die vielen Überschwemmungen im Luch dazu führen, dass diese Pflanze in den Folgejahren wieder etwas häufiger bei uns zu sehen ist.

Die Blütezeit der Schwanenblume ist hauptsächlich Juli und August. Sie steht oft allein, manchmal in kleineren Gruppen. Der Blütenstängel kann bis zu 150 cm hoch werden. An seinem oberen Ende befindet sich ein doldiger Blütenstand, der bis zu 30 einzelne, ca. 5 bis 10 cm lange Blütenstiele hat, die an ihrem Ende jeweils eine kleine, rosa-weiße Blüte tragen, die nur zwei bis drei Zentimeter breit ist. Die Blüten duften nach Honig und locken vor allem Fliegen, Bienen und Hummeln an, die die Nektartröpfchen saugen. Früher war die Schwanenblume sogar eine Nutzpflanze. Aus Stängel und Blätter wurden Körbe und Matten geflochten und den sehr stärkehaltigen Wurzelstock konnte man zu Mehl verarbeiten, so wie es bei uns früher in Notzeiten gemacht wurde und teilweise heute noch in manchen asiatischen Ländern geschieht.

Die reifen Samen werden vom Wind ausgestreut und sind schwimmfähig, so dass sie im Wasser zu einem neuen Ansiedlungsort treiben können. Diese Ausbreitungsart ist typisch für Sumpf- und Wasserpflanzen. Sie versagt jedoch, wenn es am Standort der aussamenden Pflanze Wassermangel gibt. Vielleicht auch ein Grund für den bedauerlichen Rückgang der Schwanenblume im Oberen Rhinluch? Sollten Sie diese Pflanze bei uns im Luch irgendwo entdecken, dann sind wir für Hinweise zu den Standorten dankbar.

 

Detlef Hase

 

Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch e. V.

Der Artikel zum Thema Kraniche im Brutgebiet erschien im April 2018

 

Free template 'Colorfall' by [ Anch ] Gorsk.net Studio. Please, don't remove this hidden copyleft!