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Im Oberen Rhinluch - Unser schönes Naturerbe (18)


 

Beutelmeisen: Wie Beutelmeisen brüten

 

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(Foto: Detlef Hase)

Sehr bekannt sind die Webervögel in Afrika, die zu den Sperlingsvögeln gehören und aus Pflanzenfasern kunstvoll ihre Nester „weben“. Aber wer hätte gedacht, dass es auch bei uns kleine Singvögel gibt, die das Weberhandwerk bestens beherrschen? Die Beutelmeise gehört zu den kunstfertigsten Nestbauern hierzulande. Deshalb sollte man, „statt in die Ferne zu schweifen“, sich im Teichland Linum einmal genauer umsehen. Vielleicht haben Sie Glück und entdecken ein Beutelmeisennest. Das wird in den meisten Fällen in den lang herunterhängenden Zweigen von Birken und Weiden gebaut. Bevorzugt werden Zweige, unter denen sich eine Wasserfläche befindet. Das schützt nämlich vor Beutegreifern.

Die Beutelmeise ist ein zehn bis elf Zentimeter kleiner Singvogel, der nur acht bis zehn Gramm leicht ist und in gewässerreichen Regionen in ufernahen Laubbaumbeständen brütet. Moor- und Sumpfgebiete mit dichten Schilfbeständen sind der Lebensraum dieses hübschen Vogels, bei denen die Männchen polygam leben. Im nicht-polygamen Vogelleben müssen Männchen und Weibchen gemeinsam die Küken behüten, wärmen und füttern. Der Nestbeutel der Beutelmeisen aber ist eine kuschlig warme, dickwandige Höhle aus weichem Pflanzenmaterial, das bestens gegen Nässe und Kälte schützt. So kann das Beutelmeisenweibchen die jungen Beutelmeisen ganz alleine versorgen. Das gibt dem Beutelmeisenmännchen die Möglichkeit, nach der ersten Hochzeit erneut auf „Brautschau“ zu gehen. Folglich können mehrere Beutelmeisennester dicht beieinander liegen, trotzdem sind die Vögel keine Koloniebrüter.

Allerdings ist die „Brautschau“ der Beutelmeisenmännchen auch mit fleißiger Arbeit verbunden. Denn das Männchen muss erst einmal kunstvoll eine „Nestschaukel“ weben. Die Nestschaukel ist ein halbfertiges, oben noch offenes Nest und besteht aus dem Nestbeutel, der um einen herabhängenden Zweig gewebt worden ist. Ist die Nestschaukel fertig, dann lockt das Männchen mit einem sanften, pfeifenden Lockruf ein Weibchen an: „tsiiiüü-tsieüliü-tsiiiüü“. Dieser langgezogene, etwas melancholisch klingende Lockruf ist im Frühjahr im Linumer Teichland an verschiedenen Stellen zu hören. Allerdings muss man schon die Ohren spitzen und etwas lauschen. Es lohnt sich aber, stehen zu bleiben, wenn man diesen leisen Ruf hört, um sich genau umzusehen, denn dann ist der Nistplatz nicht weit weg.

Die Beutelmeise ist ein Sommervogel, der von April bis Ende September bei uns verweilt. Die anderen Monate verbringt der kleine Vogel im Mittelmeerraum. Das kunst-volle Beutelnest wird aus der flauschigen Samenwolle von Weiden, Pappeln und Rohrkolben sowie aus trockenen Schilfrispen und Grashalmen gebaut. Sogar Spinnengewebe wird für den Nestbau verwendet. Diese Materialien werden kunstvoll und fest miteinander verwoben. In Osteuropa sollen früher Beutelmeisennester sogar als Pantoffel für Kleinkinder verwendet worden sein. Es ist ganz erstaunlich, wie geschickt der kleine Vogel seine Nestschaukel in die dünnen Zweige flechtet. Der gesamte Nestbau dauert rund 14 Tage.

Nach der „Hochzeit“ baut das Weibchen das Nest alleine zu Ende. Ein röhrenförmiger Eingang schließt den Nestbau ab. Der Nestbeutel ist dann ca. 15 cm hoch und 10 cm breit. Das Männchen ist bereits dabei, in einem neuen Revier eine neue Nestschaukel zu bauen, als Vorbereitung für die nächste „Hochzeit“. Das Weibchen legt gewöhnlich sieben Eier, die 12 bis 15 Tage bebrütet werden. Die Brutzeit ist hauptsächlich in den Monaten Mai und Juni. Nach dem Schlüpfen werden die jungen Beutelmeisen ungefähr zwei Wochen mit Insekten, Larven und Spinnen gefüttert, dann sind sie flügge. Auch nach dem Ausfliegen werden sie noch einige Wochen versorgt. Das Beutelnest wird in dieser Zeit teilweise noch als Schlafnest genutzt.

In der blattlosen Herbst- und Winterzeit sind die Beutelmeisennester viel besser zu sehen als im Sommer. Wenn Sie so ein tolles Nest entdecken: Bitte nur ansehen, nicht mitnehmen! Denn die Beutelmeisen kommen im nächsten Jahr wieder. Und wenn dann nicht das alte Nest erneut genutzt wird, so verwenden die Vögel häufig das Material für die neuen Nester.

 

Detlef Hase

Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch e. V.

Der Artikel zum Thema Beutelmeisen erschien im Juli 2018

 

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