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Im Oberen Rhinluch - Unser schönes Naturerbe (16)


 

Ein seltener Wiesenbrüter: Das Braunkelchen

 

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(Foto: Detlef Hase/ Braunkelchen beim Reviergesang 

 

Das Braunkehlchen ist ein Charaktervogel der offenen Wiesenlandschaft. Im April kehrt der in etwa rotkehlchengroße Singvogel aus seinem Winterquartier zu uns zurück. Der kleine Vogel ist ein Langstreckenzieher, er überwintert in Afrika, südlich der Sahara. In seinem Brutgebiet hält er sich vor allem in den Monaten Mai bis September auf. Bevorzugter Lebensraum sind kleine Brachflächen, Raine, Grabenränder sowie feuchtes, naturbelassenes Wiesen- und Weidegelände mit dicht bewachsenen, krautigen Stellen am Boden. Dort baut der bodenbrütende Vogel sein gut getarntes Nest, in das er fünf bis sieben Eier legt, die nur vom Weibchen bebrütet werden. Die Jungen schlüpfen nach ca. 11 – 13 Tagen und werden von beiden Partnern gefüttert. Hauptnahrung sind Insekten und Käfer, Spinnen und Heuschrecken sowie Schnecken und Würmer.

Das Braunkehlchen ist häufig bei der Ansitzjagd zu beobachten. In seinem Brutgebiet braucht der Vogel also höhere Pflanzen, wie z. B. Stauden oder kleinere Büsche und Bäume, um dort Insekten aufzulauern, die dann im Flug oder am Boden erbeutet werden. Das Braunkehlchen benötigt für die Nahrungssuche folglich eine abwechslungsreiche, vertikal strukturierte Vegetation, die zahlreiche Ansitzwarten bietet. Das können im Weideland auch Pfähle oder Zäune sein, sofern keine natürlichen Vertikalstrukturen mehr vorhanden sind. Braunkehlchen sind vor allem an diesem Jagdverhalten zu erkennen: Sie fliegen in ihrem Gebiet oft in niedriger Höhe wellenartig von einer Ansitzwarte zur nächsten.

Ein gutes Fernglas hilft beim endgültigen Bestimmen dieses hübschen braunen Wiesenvogels. Er ist ziemlich kurz-schwänzig, steht oft aufrecht auf seiner Ansitzwarte und knickst und wippt mit dem Schwanz. Die Männchen sind gut an der schwarzbraunen Kopfseite, dem hellen Überaugenstreif, dem orange-braunen Kehl- und Brustbereich sowie dem hellen Bauch zu erkennen. Die Weibchen sind schlichter und weniger kontrastreich gefärbt.

Das Bundesamt für Naturschutz hat Ende Mai 2017 in einer „Roten Liste für Lebensräume“ festgestellt, dass naturnahe Wiesen und Weiden in Deutschland stark bedroht sind. Und die Umweltstiftung WWF erläutert dazu: „Die ständige Intensivierung der Landwirtschaft ist ein echter Biotop-Killer. Weiden und Wiesen verändern sich dramatisch, werden von überdüngten, gleichförmigen Monokulturen verdrängt.“

Das ist leider auch bei uns im Oberen Rhinluch zu beobachten. Folglich nachvollziehbar, dass das kleine Braunkehlchen in der Brandenburgischen Roten Liste der Warnstufe 2 zugeordnet wird und somit zu den „stark gefährdeten“ Brutvogelarten bei uns gehört. Es teilt also das Schicksal vieler anderer Wiesenbrutvögel, wie z. B. Haubenlerche, Brachpieper, Wiesenpieper und Feldlerche.

Es geht uns also nicht nur um das Braunkehlchen allein, sondern dieser Wiesenbrutvogel ist ein Indikator für den Zustand vielfältiger Grünland-Lebensgemeinschaften und für die allgemeine Biodiversität bei uns. Der dramatische Rückgang dieser Vogelart ist ein deutliches Anzeichen für den Verlust von wichtigen Lebensräumen und Ökosystemleistungen, das haben die Teilnehmer des 1. Europäischen Braunkehlchen-Symposiums bereits im Mai 2015 festgestellt.

Das heißt: Verschwindet das Braunkehlchen aus unserer Wiesen- und Weidelandschaft, dann verschwinden zugleich noch viele andere Arten. Dabei ist es ziemlich einfach, Schutzmaßnahmen zu ergreifen: Extensiv bewirtschaftete Wiesenteilflächen oder Wiesenrandstreifen mit zahlreichen vertikalen Strukturen und eine späte erste Mahd würden schnell zu einer deutlichen Populationserhöhung beim Braunkehlchen führen. Das haben Feldversuche im Rotmaintal in Oberfranken bereits erfolgreich bewiesen.

Dort hat man Stöcke in den Boden gesteckt und so vertikale Strukturen geschaffen. Die mit den Stöcken versehenen Flächen wurden dann extensiv bewirtschaftet und erst im Frühsommer gemäht. Die Braunkehlchen-population hat sich in diesem Versuchsgebiet in wenigen Jahren signifikant erhöht. Das zeigt: Wir haben es selbst in der Hand, ob die Vögel der Feldflur bei uns überleben werden.

 

Detlef Hase

Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch e. V.

Der Artikel zum Thema Wiesenbrüter erschien im Mai 2018

 

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