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Im Oberen Rhinluch - Unser schönes Naturerbe (14)


 

Ein hübscher Wasservogel: Haubentaucher auf unseren Seen

 

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(Foto: Detlef Hase/ Fetter Happen 

 

Die gleichermaßen hübschen wie interessanten Haubentaucher gehören sicherlich zu unseren bekanntesten Wasservögeln. Sie gehören zur Familie der Lappentaucher. Der Name ist durch die Schwimmlappen begründet, die sich an den Zehen der Vögel befinden. Die Vögel mit dem schlanken stromlinienförmigen Körper und den weit hinten ansetzenden Beinen sind besonders gut für das Tauchen geeignet. Ihre Tauchgänge können gut eine Minute dauern und sie erreichen dabei Tiefen bis zu 20 m. An Land sind sie allerdings sehr schwerfällig. Zu den Lappentauchern gehören noch Ohrentaucher, Schwarzhalstaucher, Zwergtaucher und Rothalstaucher. Die beiden zuletzt genannten Arten kommen auch auf den Gewässern im Oberen Rhinluch vor, allerdings ziemlich selten. Haubentaucher sind mit geschätzten 90.000 Brutpaaren in Mitteleuropa die mit Abstand häufigste Art in dieser Vogelfamilie.

Haubentaucher stellen keine allzu großen Ansprüche an ihren Lebensraum. Als Fische fressende Wasservogelart brauchen sie halbwegs klare, unbelastete und fischreiche Gewässer. Überwiegend erbeuten sie Fische von 10 cm bis 15 cm Länge. In Ausnahmefällen kann die Beute aber schon mal 25 cm lang sein. Auch Kaulquappen, Frösche, Krebse und Wasserinsekten gehören zum Nahrungsspektrum. Am Ufer der mindestens fünf Hektar großen Brutgewässer sollte ein dichter Schilfgürtel stehen, damit sie dort ihre schwimmenden Nester bauen und ungestört brüten können. Bedroht werden diese Vögel nur durch Beeinträchtigungen ihres Lebensraumes, insbesondere wenn der Wellenschlag schneller Sportboote die Schilfgürtel am Ufer zerstört oder Menschen durch ihr Freizeitverhalten das Brutgeschehen stören. Sicherlich haben Sie auch schon einmal einen Haubentaucher gesehen. Es lohnt sich jedoch, diesen Vogel für eine längere Zeit zu beobachten, vor allem zur Balzzeit in den Monaten März und April. Das ist zum Beispiel am kleinen Hafen von Wustrau am Ruppiner See gut möglich.

Bei keinem anderen heimischen Wasservogel ist das Balzverhalten so auffällig. Beide Geschlechter sehen nahezu gleich aus. Die Männchen sind vielleicht ein bisschen größer, haben einen etwas breiteren Federkragen und auf dem Kopf eine etwas längere Federhaube. Die Balzzeremonie besteht aus verschiedenen ritualisierten Verhaltenselementen. Zunächst schwimmen die Vögel mit vorgestreckten Hälsen und abgespreizten Federhalskragen flach auf dem Wasser liegend aufeinander zu. Häufig ist dabei ein lautes „rrrää rrrää“ zu hören. Dicht voreinander angekommen, strecken die Vögel dann die Hälse empor und senken drohend die Köpfe, um dann mit aufgestelltem Federschopf rasch die Köpfe hin und her zu schütteln. Dabei wechseln sie sich in einer rhythmischen Rechts-Links-Bewegung ab: Wird der eine Kopf nach links gedreht, dann wendet sich für den Beobachter der Kopf gegenüber nach rechts. Das sieht wirklich sehr drollig aus. Und mit etwas Glück ist sogar der seltene „Pinguintanz“ zu beobachten. Dabei paddeln die Haubentaucher einander gegenüberstehend sehr schnell mit ihren Füßen im Wasser, so dass sich die Vögel aufrichten können, um dann Brust an Brust auf dem Wasser zu stehen. Ornithologen sagen, dass das Balzritual hilft, aggressive Tendenzen zu überwinden und das Brutpaar zusammen zu führen, so dass die Paarbindung gefestigt wird.

Haubentaucher sind Standvögel oder Kurzstreckenzieher. Das heißt, bei einem milden Winter bleiben sie vor Ort in ihrem Revier. Wenn dann doch noch der heimische See zufriert, gibt es eine Kälteflucht zu größeren eisfreien Gewässern oder an die Meeresküste. Im März kommen die Vögel wieder zurück zu ihrem vertrauten See und beginnen auch schon mit Balz und Nestbau. Das Gelege besteht in der Regel aus drei bis vier Eiern, die 27 bis 29 Tage gemeinsam bebrütet werden. Die jungen Haubentaucher sehen mit ihrem schwarz-weiß gestreiften Dunenkleid aus wie kleine Sträflinge. Die ersten 20 Tage sitzen die Küken häufig im Rückengefieder der Altvögel und lassen sich über den See „schippern“. Auch das ist niedlich anzusehen.

 

Detlef Hase

 

Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch e. V.

Der Artikel zum Thema Kraniche im Brutgebiet erschien im April 2018

 

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