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Im Oberen Rhinluch - Unser schönes Naturerbe (13)


 

Kraniche im Brutgebiet

 

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(Foto: Karl-Heinz Sass/ Kranichküken gut behütet

 

Kraniche im Brutgebiet

Das Obere Rhinluch ist ein „Kranichland“, jeder Mensch in dieser Region und viele Besucher aus nah und fern kennen die spektakuläre „Herbstrast der Kraniche“. So entsteht der Eindruck, dass Kraniche gesellige Tiere sind, die sich in großen Gruppen „richtig wohl fühlen.“ Das mag für den Herbst vielleicht zutreffen, nicht jedoch für das Frühjahr. Dann ziehen sich die Kranichpaare in ihre Brutreviere zurück, leben dort heimlich und verborgen und verteidigen das Revier gegen andere Kranichpaare, wenn diese zu nahe einen eigenen Brutplatz einrichten wollen. Geeignete Brutplätze sind begehrt und es kann sogar zu Revierkämpfen kommen. Ein guter Brutplatz muss genügend Wasser um den Nistplatz haben, so z. B. in einem Erlenbruch oder am Rande eines flachen Teiches mit Schilfgürtel. Fehlt das Wasser am Nest, wird das Kranichpaar dort nicht mit der Brut beginnen. Das zügige Ableiten hoher Grundwasserstände im Frühjahr ist also nachteilig für die Entwicklung der Kranichpopulation. Das Brutrevier muss außerdem ausreichend Nahrung, also reichlich Insekten, Schnecken, Frösche, Regenwürmer und Mäuse bieten. In guten Gebieten kommen bis 20 Kranichpaare auf 100 Quadratkilometer.

In Nord-Ost-Deutschland besetzen die Kranichpaare ihre Brutreviere oft bereits Mitte Februar, im kalten Skandinavien natürlich später. Die milden Winter bei uns führen tendenziell wohl zu einem immer früheren Brutbeginn. So wurde in 2016 der Beginn einiger Bruten bereits Anfang März festgestellt. Normalerweise beginnt die Kranichbrut Ende März/Anfang April. Kraniche legen i. d. R. zwei Eier mit zwei bis drei Tagen Abstand. Die Brutdauer beträgt 28 – 30 Tage, die Kranichküken schlüpfen im Abstand von ein bis zwei Tagen. Das heißt, dass normalerweise Anfang Mai die Kranichbrut beendet ist. Beide Partner wechseln sich beim Brüten und beim Sichern ab. Zwischendurch gehen die Kraniche auf Nahrungssuche. Junge Kraniche sind Nestflüchter: Bereits 24 Stunden nach dem Schlüpfen beginnen sie, die Nestumgebung zu erkunden und erste Nahrung zu suchen. Dabei werden sie von den Elternvögeln begleitet, die immer wieder kleine Insekten aufpicken und den Kranichküken mit der Schnabelspitze hinhalten. Beim Schlüpfen wiegen die kleinen Kraniche nur 120 Gramm. Nach nur zehn Wochen sind die jungen Kraniche voll befiedert, können fliegen und wiegen ungefähr vier Kilogramm. Dieses erstaunliche Wachstum ist nur möglich, wenn es für die Kranichküken vor allem in den ersten Wochen genügend Insekten als Nahrung gibt.

Insgesamt brüten in Deutschland mindestens 10.000 Kranichpaare, davon ca. 4.350 in Mecklenburg-Vorpommern und ca. 3.250 in Brandenburg. Somit befinden sich drei von vier Brutrevieren in diesen beiden Bundesländern, die somit für die Entwicklung der Kranichpopulation eine besondere Verantwortung haben. Im Oberen Rhinluch brüten nach unserer Schätzung ungefähr 20 Kranichpaare regelmäßig. Der Bruterfolg ist vor allem vom Wetter und vom Nahrungsangebot abhängig. Trockenheit, Kälte, Starkregen und Nahrungsmangel beeinträchtigen den Bruterfolg erheblich. Für die Brutsaison 2016 wurde in Brandenburg ein „schlechter Reproduktionserfolg“ festgestellt: Nur 11% der Kranichpaare konnten zwei Junge großziehen, 21% der Kranichpaare führten nur einen Jungkranich und 67% der Kranichpaare waren ohne Bruterfolg. „Als Hauptursache wird der zunehmende Wassermangel an vielen Brutplätzen angenommen. … Hinzu kommt die vielerorts schlechte Nahrungssituation in der ausgeräumten Agrarindustrielandschaft.“ (Quelle: Kranichschutz Deutschland, Das Kranichjahr 2016/2017, S. 6 und S. 18). Daraus folgt, dass wir trotz der vielen Kraniche im Herbst auch darauf achten müssen, dass die Bruthabitate erhalten bleiben und dass die Pflanzen- und Artenvielfalt wieder zunimmt, damit es für die Aufzucht der Kranichküken genügend Insekten in den Brutrevieren gibt.

 

Detlef Hase

 

Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch e. V.

Der Artikel zum Thema Kraniche im Brutgebiet erschien im April 2018

 

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