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Im Oberen Rhinluch - Unser schönes Naturerbe (12)


 

Bewohner zweier Welten - Unsere heimischen Amphibien

 

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(Foto: André Neumann/ Moorfrosch im Hochzeitskleid; Detlef Hase/ Erdkröten im Laichgewässer )

 

Der wissenschaftliche Name "Amphibien" für "Lurche" kennzeichnet eine Tierklasse, die wie keine andere aus dem Stamm der Wirbeltiere am Übergang vom Wasser- zum Landleben steht. Die Larven der meisten Arten sind auf das Leben im Wasser angewiesen, während ausgewachsene Lurche an Land gehen können. Man unterscheidet zwischen Schwanzlurchen, zu denen Salamander und Molche gehören, und Froschlurchen. Hierzu zählen Unken, Kröten und Frösche. Lurche haben keine Hautschuppen und nur vier Finger. Sie sind wechselwarme Tiere, was bedeutet, dass ihre Körpertemperatur sehr von der Umgebungstemperatur abhängig ist. Daher begeben sie sich auch in Winterruhe und werden erst im nächsten Frühjahr wieder aktiv. Dann wandern viele Lurcharten von ihrem Landlebensraum zu einem Laichgewässer, um sich dort zu paaren. Deshalb lassen sich diese Tiere im Frühjahr am besten beobachten.

In Deutschland leben 21 Amphibienarten, 15 davon im Land Brandenburg. Einige kommen auch bei uns im Oberen Rhinluch vor. Drei Arten sollen kurz vorgestellt werden, so z. B. die Erdkröte (Bufo bufo) - unsere größte und (noch) häufigste europäische Kröte. Mit ihrem bis zu 15 cm großen, plumpen, kräftigen und warzigen Körperbau und ihrer braunen bis ockerfarbenen Färbung ist sie unverwechselbar und wahrscheinlich vielen Menschen schon einmal begegnet. Erdkröten sind überwiegend nachtaktiv. An ihren Lebensraum stellen sie keine besonderen Ansprüche. Während der Wanderung zum Laichgewässer tragen die Weibchen oft bereits ein Männchen auf dem Rücken, das sich dort anklammert und diesen Platz gegen andere Männchen vehement verteidigt.

Die nur 4-5 cm große Rotbauch-Unke (Bombina bombina) ist besonders auf flache, stehende und besonnte Kleingewässer mit reichlich Pflanzenbewuchs angewiesen. Diese Bedingungen findet die in ihrem Bestand bedrohte Art u. a. noch im Teichgebiet Linum vor. Die Unke hat einen abgeflachten Körper mit warziger, hell- bis dunkelgrauer bzw. bräunlicher oder grünlicher Oberseite und einer Bauchseite, die zahlreiche von kleinen weißen Punkten durchsetzte, graue bis schwarze Flächen aufweist, zwischen denen sich zumeist ein intensives Orangerot befindet. Am individuell ausgeprägten Bauchmuster sind einzelne Unken gut auseinanderzuhalten. Dies ist vergleichbar mit dem menschlichen Fingerabdruck. Rotbauch-Unken sind im Frühjahr oft mit ihren dumpfen „uuh-uuh-uuh“-Rufen zu hören.

Ein besonderes "farbenfroher" Vertreter der Lurche ist der Moorfrosch (Rana arvalis). Die Männchen der ca. 7 cm großen Froschart mit kurzer spitzer Schnauze verfärben sich allerdings nur zur Fortpflanzungszeit - überwiegend in der zweiten Märzhälfte - am Kopf bzw. ganzen Körper mehr oder weniger hellblau. Nach wenigen Tagen ist diese "Laune der Natur" jedoch schon wieder vorbei und die Moorfrösche zeigen sich erneut im schlichten hell- bis dunkelbraunen Farbton mit einem breiten hellen Längsband auf dem Rücken, das dunkel umrandet ist. Wie es der Name schon vermuten lässt, sind die bevorzugten Lebensräume Moore und Feuchtwiesen, die von ihnen insbesondere im Flachland besiedelt werden.

Alle heimischen Lurche sind streng geschützt und ernähren sich vorwiegend von Insekten, Spinnen, Asseln, Schnecken und Würmern. Sie sind ihrerseits ein wichtiger Teil der Nahrungskette, denn von ihrem Vorhandensein profitieren nicht nur Störche, Reiher, Kraniche, sondern u.a. auch Ringelnattern. Ohne einen geeigneten Feuchtlebensraum für die Amphibien würde es somit nicht nur weniger Weißstörche im Oberen Rhinluch geben. Von daher gilt es vorrangig, die Feuchtwiesen, Kleingewässer und Moore zu erhalten. Die Laichgewässer sind zu pflegen und vor Zerstörung durch Entwässerung oder vor Beeinträchtigung durch Müll, Nährstoffe und Pestizide zu schützen. Sinnvoll ist es auch, weitere fischbesatzfreie Kleingewässer als Trittsteine für die Ausbreitung der Amphibien anzulegen.

 

Sebastian Partzsch

 

Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch e. V.

Der Artikel zum Thema Amphibien erschien im April 2018

 

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