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Im Oberen Rhinluch - Unser schönes Naturerbe (11)


 

Winterrast der Wildgänse

 

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Winterrast der Wildgänse

Im Spätherbst lässt sich in den frühen Morgenstunden im Linumer Teichgebiet ein großartiges Schauspiel beobachten. Wie große dunkle Wolken zeigen sich am Himmel Schwärme von hunderttausenden Wildgänsen, die von den Wasserflächen aufsteigen. Sie nutzen die zahlreichen Flachwasserbereiche in der Region als Ruhe- und Schlafplätze. Es scheint, als ob sie gleichzeitig in alle Himmelsrichtungen unterwegs sind. An ihren schnellen Flügelschlägen lassen sie sich gut von den elegant dahinfliegenden Kranichen unterscheiden.

Das Obere Rhinluch zählt zu den traditionellen Herbst- und Winterrastplätzen der nordischen Gänse. In der Region finden sie ideale Bedingungen für einen Zwischenstopp auf dem Weg aus den Brutgebieten im Norden Europas in ihre Winterquartiere am Niederrhein und in Holland. Einige tausend Vögel nutzen sogar das Rhinluch zum Überwintern. Auf den abgeernteten Maisäckern und im offenen Grünland suchen sie ihre Nahrung. Diese besteht aus Ernteabfällen, Gräsern, Körnern und Wurzeln. Zum Leidwesen mancher Landwirte zupfen sie auch an den Sprossen der Wintersaat und den Blattspitzen des Rapses. Die Gänse schätzen das junge frische Grün, weil es besonders eiweißreich und nahrhaft ist. Ob dadurch wirklich Schaden entsteht, das ist umstritten. Ein leichtes Abweiden der Getreidesaat kann unter Umständen sogar die Halmbildung fördern.

Zu den Wintergästen zählen Saatgänse (Anser fabilis) aus Nord-Eurasien, Blässgänse (Anser albifrons) aus dem arktischen Raum sowie die heimischen Graugänse (Anser anser). Graugänse gibt es das ganze Jahr über im Rhinluch. Einige brüten hier sogar, das Hauptbrutgebiet dieser Art liegt jedoch in Osteuropa. Die Gefiederfärbung der ausgewachsenen Vögel ist grau-braun. An ihrem „karottenähnlichen“ Schnabel und an den orangefarbenen Beinen sind sie gut zu erkennen.

 Die verwandten Arten, Saatgänse und Blässgänse, sind im Körperbau etwas kleiner. Das Federkleid der Saatgans weist eine schokoladenbraune Färbung auf. Das Rückengefieder ist mit hellen Bändern gezeichnet. Im Flug lassen sich auf der blasseren Bauchseite dunkle Streifen oder Flecken erkennen. Blässgänse sind an der weißen Stirnblesse und dem rosafarbenen Schnabel auszumachen. Wegen ihrer hellen und klangvollen Rufe „kjü-jü“ werden sie in einigen Ländern als „Lachgans“ bezeichnet. Zur Winterrast schließen sich den geselligen, nordischen Gästen gerne andere Gänse an. Mit etwas Glück entdeckt der Vogelfreund im Oberen Rhinluch dann auch einige Kanada- oder Nonnengänse.

 Das laute Geschnatter der Vögel weist darauf hin: Wildgänse sind sehr kommunikativ. Sie verfügen über verschiedene Rufe, mit denen sich besonders Familienverbände miteinander verständigen. So kann während des Fluges kein Vogel verloren gehen.

 Die Gänse sind ziemlich störungsempfindlich. Auf den Äsungsflächen recken einige Tiere stets die Hälse in die Luft und halten Wache. Schlagen sie Alarm, fliegt der gesamte Trupp lärmend davon. Das unnötige Auffliegen der Vögel verschwendet viel Energie und lässt die Fettvorräte schrumpfen, die für den langen Rückweg in die Brutgebiete nötig sind. Vogelbeobachter sollten deswegen stets einen gebührenden Abstand zu den Tieren halten.

  Bei günstiger Wetterlage treten sie schon im Februar – gemeinsam mit den Jungvögeln – die weite Wanderung in die nordischen Brutgebiete an. Gänse ziehen in einer keilförmigen Flugformation. Der Vogel an der Spitze muss sich anstrengen, um gegen den Wind anzukämpfen. Die folgenden Tiere ordnen sich kräfteschonend im Windschatten an. Der „Leitvogel“ lässt sich nach einiger Zeit zurückfallen und überlässt einem anderen seinen Platz. Vermutlich orientieren sich die Gänse bei ihrem Zug – ähnlich wie Kraniche – an Landmarken wie Flussläufen, Waldgebieten, Küstenlinien, Städtesilhouetten oder Gebirgszügen. Sie ziehen in großen Flughöhen und fliegen weite Strecken über das offene Meer. Wie alle Zugvögel nutzen Gänse auch ihren Sonnen- und Mondkompass sowie die in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Magnetfelder der Erde, um ihren Weg zu finden.

 

Helga Müller-Wensky

Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch e. V.

Der Artikel zum Thema Wildgänse erschien im März 2018

 

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