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Im Oberen Rhinluch - Unser schönes Naturerbe (10)


 

Rückkehr der Weißstörche: Die Treue zum Nistplatz lockt sie

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Rückkehr der Weißstörche

Seit jeher gelten die Weißstörche (Ciconia ciconia) als Frühlingsboten. Kehren sie im Frühjahr in ihre norddeutschen Brutgebiete zurück, berichten sogar die lokalen Medien darüber. Auch das Obere Rhinluch, mit seinen weiten, offenen Flächen, dem Grünland mit feuchten Senken und flachen Teichen, ist Brutgebiet der Weißstörche. Mit den langen roten Beinen, dem roten Schnabel und ihrem schwarz-weißen-Gefieder sind die großen Vögel unverwechselbar.

Störche sind Kulturfolger und in vielen Orten gibt es ihre Nester, auch Horste genannt. Besonders bekannt ist das „Storchendorf Linum“. Dort gibt es zahlreiche Horste zu bestaunen. Bis zu drei Meter hoch bauen die Vögel ihre Nester aus Ästen und Zweigen auf Dächern, Schornsteinen und „Nistpfählen“. Mit Moos, Heu und Federn polstern die Störche die Brutstätten aus.

Mitte März - einige auch schon viel früher - kehren zunächst die Männchen aus den Überwinterungsgebieten in Afrika zurück und besetzen das Nest des Vorjahres. Manchmal versucht ein Rivale, die „fertige Behausung“ zu erobern. Mit heftigem Geklapper und Schnabelhieben wird der Horst verteidigt. Störche sind - abgesehen von gelegentlichen Zischlauten - eher stumm. Ihr lautes Schnabelklappern ist jedoch nicht zu überhören, deshalb die Bezeichnung „Klapperstorch“. Treffen die Weibchen ein, lockt sie die Nistplatztreue zum alten Horst. Bei den Störchen besteht eine große Nestbindung, so finden Paare immer wieder zusammen. Die Partner begrüßen sich mit heftigem Schnabelklappern, manchmal auch im Duett. Dabei legen sie die Hälse weit in den Nacken.

Nach zahlreichen Paarungen legt das Weibchen 3 – 5 Eier. Nach 32 Tagen schlüpfen die Jungen. Beide Eltern kümmern sich um den Nachwuchs. Im Luch jagen sie nach kleinen Fröschen, Kaulquappen, Regenwürmern und Insekten, auch Mäuse, Eidechsen, kleine Schlangen und Fische stehen auf dem abwechslungsreichen Speiseplan. Für ein ausreichendes Nahrungsangebot sind extensiv bewirtschaftete Flächen in erreichbarer Nähe zu den Nestern erforderlich, damit der Nachwuchs mit ausreichend Nahrung versorgt werden kann. Entwässerung von Feuchtflächen und ihre Umwandlung in Ackerboden mit landwirtschaftlichen Monokulturen wie Mais, Raps und Spargel sowie der Einsatz von Pestiziden schränken das Futterangebot drastisch ein.

Weitere Gefahren für den Bruterfolg entstehen durch ungünstige Wetterlagen. Bei zu trockenem Wetter führt Nahrungsmangel dazu, dass nur die stärkeren Küken überleben. Ist es regnerisch und kalt, sterben viele Jungvögel an Unterkühlung und Infektionen. Geht alles gut, kann der Besucher Ende Juni die Jungvögel bei ausgiebigen Flugübungen auf den Nestern beobachten. Mit ausgebreiteten Flügeln springen sie flügelschlagend hoch in die Luft. Nach vielen Versuchen gelingen den jungen Störchen der Abflug und eine Landung auf dem nahen Dachfirst. Nach dem Flüggewerden geht die gesamte Storchenfamilie gemeinsam auf Futtersuche.

Anfang August machen sich die Jungen in kleinen Gruppen auf ihre erste Reise in die Winterquartiere. Anders als bei den Kranichen fliegen sie nicht im Familienverband. Genetisch bedingt finden die Jungstörche alleine den Weg in die Überwinterungsgebiete. Die Altvögel bleiben noch, um sich nach der anstrengenden Brutphase Fettreserven anzufressen. Bei günstigem Zugwetter verlassen sie spätestens Ende August die Brutgebiete. Bis in ihre Überwinterungsgebiete in Ost-, Zentral- und Südafrika sind es viele tausend Kilometer. Deswegen legen sie unterwegs immer wieder Ruhe- und Rastpausen ein.

Im Flug strecken Störche den Hals lang nach vorne, die Beine gerade nach hinten und die Flügel breiten sie flach aus. So nutzen sie während des Zuges optimal thermische Aufwinde. Geschickt lassen sie sich von aufsteigender warmer Luft in die Höhe tragen und im Gleitflug schweben sie nach unten bis zur nächsten warmen „Luftsäule“, die sie wieder nach oben trägt. Da es nur über dem Land eine gute Thermik gibt, vermeiden die Störche, weite Strecken über das Meer zu ziehen. Deshalb überqueren sie das Mittelmeer an den engsten Stellen. Die europäischen Störche nutzen auf ihrem Weg nach Afrika zwei unterschiedliche Routen: Im Westen fliegen die Vögel über die Straße von Gibraltar, auf der östlichen Route über den Bosporus.

 

Helga Müller-Wensky

Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch e. V.

Der Artikel zum Thema Weißstörche erschien im März 2018

 

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