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Im Oberen Rhinluch - Unser schönes Naturerbe (9)


 

Rückreise der Zugvögel: Kraniche im Zugstau

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Die Herbstrast der Kraniche ist jedes Jahr ein Ereignis, das immer wieder viele Menschen fasziniert und begeistert. Zehntausende Kraniche rasten in unserer Region, und für sechs Wochen ist das laute Rufen der großen grauen Vögel überall zu hören. Ende Oktober oder Anfang November ziehen die Vögel weiter nach Südfrankreich und die meisten sogar noch über die Pyrenäen nach Spanien. Eines der Hauptüberwinterungs-gebiete dort ist die Extremadura in Südspanien. Das Gebiet ist sehr dünn besiedelt. Nur 25 Einwohner pro Quadratkilometer gewährleisten, dass die Kraniche ungestört überwintern können.

Die Dehesas liefern den Kranichen ausreichend Nahrung. Dehesas sind seit Jahrhunderten beweidete Eichenhaine, in denen auch heute noch Rinder, Ziegen und Schweine gehalten werden. Ein weitläufiger Steineichen- und Korkeichenbestand kennzeichnet diese Weidelandschaft, die unseren früheren Hutewäldern ähnelt. Und die Eicheln der vielen Eichen sind wichtige Nahrungsgrundlage für die überwinternden Kraniche. Leider führen eine zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft und das Anlegen vieler Olivenhaine dort zu einer gravierenden Umwandlung der ursprünglichen Landschaft.

Ab Anfang Februar geraten die Kraniche allmählich in Balzlaune. Und bei günstigen Wetterlagen beginnt der Frühjahrszug, zurück in die mittel- und nordeuropäischen Brutgebiete. In großen und kleinen Gruppen brechen die Kraniche laut rufend auf und fliegen auf den angestammten Zugrouten auch zu uns ins Obere Rhinluch. Allerdings ist hier vom Frühjahrszug der großen grauen Vögel viel weniger zu merken als von der Herbstrast. Hauptgrund hierfür ist die viel kürzere Verweildauer, also der schnellere Durchzug der im Frühjahr ankommenden Kranichgruppen. Im Herbst rasten die Kraniche bei uns, um sich für den weiten Flug in den Süden Fett- und Energiereserven anzufuttern. Deshalb bleiben sie hier in der Regel für mehrere Wochen. Durch die längere Verweildauer summieren sich die ankommenden Kraniche auf 60.000 Vögel und oft noch viel mehr.

Im Frühjahr jedoch locken die Brutgebiete. Die Vögel haben es eilig, dort anzukommen. Je früher, desto besser. Ein zeitiger Brutbeginn hat für das Erhalten der Population einige Vorteile. Die Kranichjungen schlüpfen früher und können also älter und kräftiger in den herbstlichen Kranichzug starten. Und geht aufgrund von Wetterunbillen oder durch Rabenvögel oder Raubtiere das erste Gelege verloren, dann bleibt den Kranichen noch genügend Zeit für einen zweiten Brutversuch mit einer erfolgreichen Aufzucht der Kranichküken.

Trotz der geringeren Zahl ist es lohnenswert, auch mal im Frühjahr die durchziehenden Kraniche zu beobachten. Die balzenden Vögel springen und tanzen und rufen häufig im Duett, der sogenannte Doppelruf ist jetzt viel öfter zu hören als im Herbst. Häufig halten sich Kraniche im Frühjahr in der Nähe der Rinder auf, die mit Silomais (Silage) gefüttert werden. Offensichtlich können die Vögel in der Silage immer noch zahlreiche Maiskörner finden.

Allerdings birgt der frühe Rückzug auch einige Gefahren: Ein später Wintereinbruch mit Kälte, Eis und Schnee kann zu Problemen bei der Nahrungssuche führen und somit ebenfalls das Gelege und die Jungenaufzucht gefährden. Bei uns im Oberen Rhinluch bietet ein später Wintereinbruch die Chance, Kraniche auch einmal im Schnee zu beobachten - ein besonderes Erlebnis.

Wenn aus Nordost Ende Februar oder Anfang März noch eisige Winde wehen und die Schneewolken zu uns ziehen, dann stoppen die Kraniche ihren Frühjahrszug. Bei so einem Zugstau kann es dann auch im Frühjahr passieren, dass plötzlich viele tausend Kraniche bei uns im Rastgebiet anzutreffen sind. Die Vögel warten dann auf eine Wetterbesserung. Bei milden Westwinden und Tauwetter setzen die Vögel dann ihren Frühjahrszug fort.

Auch bei uns brüten inzwischen zahlreiche Kranichpaare. Diese einheimischen Kraniche kommen teilweise bereits Mitte Februar an. Ist die Balz vorbei, nimmt auch das häufige Rufen des Kranichpaares ab. Im Brutgebiet verhalten sich die Kraniche sehr heimlich, um den Neststandort nicht zu verraten.

Detelf Hase

Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch e. V.

Der Artikel zum Thema Zugstau der Kraniche erschien im März 2018

 

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