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Im Oberen Rhinluch - Unser schönes Naturerbe (8)


 

Nordische Wintergäste im Luch: Singende Schwäne

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Auch in den Wintermonaten ist bei uns manchmal ein lautes posaunenartiges Trompeten zu hören. Es sind aber nirgends Kraniche zu sehen, nur ein paar Schwäne auf einer überschwemmten Wiese. Und tatsächlich: Dieses häufige und laute Rufen kommt doch wirklich von den Schwänen dort! Das sind Singschwäne, Wintergäste aus den Brutgebieten in Nordeuropa und Sibirien. Auf Island und in Skandinavien ist der Singschwan ein häufiger Brutvogel. Dort brüten die Singschwäne in den riesigen Moor- und Feuchtgebieten. Der Singschwan ist sehr ruffreudig mit einem umfangreichen Stimmrepertoire. Er ist finnischer Nationalvogel und die finnische 1-Euro-Münze zeigt zwei fliegende Singschwäne. Die großen weißen Vögel mit einem keilförmigen gelben Schnabel mit schwarzer Schnabelspitze flüchten vor dem harten Winter dort und überwintern in Nordwest- und Mitteleuropa, gerne auf gewässernahem Grünland - da sind sie bei uns ja richtig! Aber auch an die Nordsee- und Ostseeküste kommen Singschwäne zum Überwintern.

Singschwäne sind mit einer Körperlänge von ca. 150 cm und einer Flügelspanne von bis zu 230 cm fast genauso groß und schwer wie unsere rotschnabeligen Höckerschwäne. Sie haben aber einen etwas kleineren Kopf und auch einen schlankeren Hals, der häufig etwas rostfarben „angehaucht“ und nicht so S-förmig gebogen ist wie beim Höckerschwan. Diese Schwäne sind in der Regel auch scheuer als einheimische Höckerschwäne, die an die vielen Menschen hier ja viel besser gewöhnt sind als die Singschwäne aus dem einsamen Norden. Die Singschwäne fallen auch noch dadurch auf, dass sie sich häufig aufrichten und heftig mit den Flügeln schlagen. Und beim Fliegen fehlt das schwanentypische Flügelrauschen, wie wir es von den Höckerschwänen kennen.

Die jungen Singschwäne haben ein eher hellgraues Federkleid. Die gelb-schwarze Schnabelfärbung ist noch ziemlich kontrastarm. Meistens sind es größere Gruppen mit zahlreichen Jungvögeln, die auf den Wiesen und Weiden zusammen hocken. Aber auch auf den wintergrünen Rapsfeldern oder auf abgeernteten Maisstoppelfeldern sind manchmal einige Singschwäne zu entdecken. Teilweise sind auch Höcker- und Singschwäne in einer größeren Gruppe gemeinsam auf einem als Futterplatz geeigneten Feld zu sehen.

Aber nicht immer sind Schwäne mit einem gelb-schwarzen Schnabel tatsächlich Singschwäne, denn es gibt auch noch den Zwergschwan. Der ist jedoch ungefähr 30 cm kleiner als der Singschwan und hat auch einen kürzeren Schnabel mit weniger Gelbanteil. Wenn in einer Singschwangruppe auch Zwergschwäne sind, dann sind die beiden Arten ganz gut auseinander zu halten. Sieht man dagegen nur einige Zwergschwäne und fehlt deshalb die Vergleichsmöglichkeit, dann ist die Unterscheidung der beiden Arten nicht ganz so einfach.

Die Singschwäne bleiben ungefähr von Ende Oktober bis Anfang März im Wintergebiet, um dann wieder in ihre nord-osteuropäischen Brutgebiete zu ziehen. Zum Ende der Überwinterungszeit beginnen sie bereits mit der Balz. Ihre Balz wird mit der Kranichbalz verglichen, die Vögel „tanzen und singen“, heißt es. Die Schwäne stehen dann laut rufend und flügelschlagend einander gegenüber oder sie laufen gemeinsam rufend und flügelschlagend nebeneinander und hintereinander über Wiesen- oder Wasserflächen. Das ist schon ein beindruckendes Schauspiel. Im Winter 2015/2016 waren zwischen Wall und Pabstthum zeitweise über 100 Singschwäne für einige Wochen zu sehen. Und auch im Teichland Linum waren schon kleinere Gruppen zu beobachten. Mal sehen, ob sie in diesem Winter auch wieder unsere Region besuchen.

Detelf Hase

Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch e. V.

Der Artikel zum Thema Singschwäne erschien im Februar 2018

 

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