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Im Oberen Rhinluch - Unser schönes Naturerbe (7)


 

Niedermoor – Ein bedrohter Lebensraum

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Das Obere Rhinluch ist ein Niedermoorgebiet - doch was ist ein Niedermoor? Wie entsteht überhaupt ein Moor? Und warum sind intakte Moore gut für den Klimaschutz? Funktionierende Moore sind komplexe Ökosysteme, in denen der Boden ständig durch Wasser gesättigt ist, z. B. durch Niederschläge oder Grundwasserzufluss. Aufgrund von Sauerstoffmangel im mit Wasser gesättigten Bereich kann abgestorbenes pflanzliches Material nicht oder nur unvollständig verrotten bzw. abgebaut werden. Dadurch entsteht Torf als Grundlage eines Moores. Beachtlich ist, dass im Niedermoor der Moorkörper jährlich um höchstens einen Millimeter an Mächtigkeit zunimmt. Es dauert also unglaubliche 1.000 Jahre, bis die Torfschicht um einen Meter angewachsen ist!

Typisch für Niedermoore ist, dass durch die Verbindung zum Grundwasser oder zu Still- oder Fließgewässern stetig gelöste Mineralien in den Wurzelbereich der Pflanzen gelangen. Die natürliche Vegetation ist zumeist von Klein- oder Großseggen oder Röhrichtarten dominiert. Es kommen aber auch Baum- und Strauchbestände (z. B. Moorbirken, Erlen, Weiden) und sogar Bruchwaldbereiche vor. Solche Wälder säumen im Oberen Rhinluch u. a. die Gewässerarme des Rhin und des Bützsees. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten finden hier noch einen geeigneten Rückzugsraum.

Wachsende Moore entziehen der Atmosphäre jährlich viel Kohlenstoffdioxid (CO2) und gelten somit als riesige Kohlenstoffspeicher. Alle Pflanzen nehmen während ihres Wachstums CO2 auf und binden es. Nach ihrem Absterben bleibt es im Torf festgesetzt, wo das klimaschädliche Gas dann ewig eingelagert ist, sofern der Moorkörper nicht durch Industrie und Landwirtschaft geschädigt wird. Durch Torfabbau und Entwässerungsmaßnahmen wird jedoch das im Moor gebundene CO2 wieder freigesetzt und belastet dann unsere Atmosphäre. In den deutschen Mooren ist genau so viel Kohlenstoff gespeichert wie in unseren Wäldern, obwohl Moore nur ca. 4 % der Landesfläche bedecken, Wälder dagegen etwa 30 %. Deshalb ist Moorschutz zugleich effektiver Klimaschutz!

Heute wird im Oberen Rhinluch zum Glück kein Torf mehr abgebaut. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war jedoch Torf als billiges Brennmaterial zum Kochen und Heizen sehr gefragt, hauptsächlich für das ständig wachsende Berlin. „Überbleibsel“ der ehemaligen Torfstiche finden sich noch überall im Luch. Am bekanntesten ist das Teichgebiet Linum, das durch den Torfabbau entstanden ist. Nach dem Torfabbau wurden die Torfstiche geflutet und zur Fischzucht genutzt. In anderen Regionen wird leider immer noch Torf abgebaut, mit nachhaltig schädlichem Einfluss auf unser Klima. Denn Torf ist häufig immer noch Bestandteil von vielen Pflanzerden, die in den Bau- und Gartencentern verkauft werden. Unser Tipp: Schützen Sie Umwelt und Klima, errichten Sie in ihrem Garten einen Komposthaufen und sparen Sie sich das Geld für den Einkauf von torfhaltiger Erde.

Auch intensive Entwässerung schädigt das Moor nachhaltig. Durch den Bau des Ruppiner Kanals Ende des 18. Jahrhunderts wurden innere Bereiche des Luchs zugänglich gemacht und zahlreiche Entwässerungsgräben angelegt, um das Wasser aus dem Luch abzuleiten. Vor ca. 40 Jahren kamen Schöpfwerke dazu, mit denen das Wasser sogar abgepumpt wurde. So wurde eine intensive landwirtschaftliche Nutzung in unserem Moorgebiet möglich. Mit schwerwiegenden Folgen: Durch Zersetzung des organischen Materials schrumpft der Torfkörper, der Einsatz schwerer Maschinen verdichtet ihn. So verliert das Moor einen Großteil seiner Saug- und Wasserleitfähigkeit, und die Gewässer werden mit den freigesetzten Nährstoffen überfrachtet. Sinnvolle Wiedervernässungen an geeigneten Stellen ist ein erster wichtiger Schritt, das Moor wieder Millimeter um Millimeter wachsen zu lassen und die ursprüngliche Moorfunktion als CO2-Speicher wieder herzustellen.

Sebastian Partzsch

Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch e. V.

Der Artikel zum Thema Biber erschien im Januar 2018

 

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