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Im Oberen Rhinluch - Unser schönes Naturerbe (6)


 

Baumeister am Werk – Biberspuren sind nicht zu übersehen

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Der Winter dünnt die dichte Sommervegetation aus und so sind an vielen Ufern in der Region angenagte und gefällte Bäume mit dem typischen kegelförmigen Anschnitt und den deutlichen Nagespuren zu entdecken. Je heller die Nageflächen, desto frischer sind die Nagestellen. Trotz der zahlreichen Biberspuren ist das größte europäische Nagetier (Körperlänge ca. 110 cm bis 140 cm) nur selten zu sehen. Biber sind überwiegend nachtaktiv. Sie sind eher im Sommer zu entdecken, wenn es schon sehr früh hell wird. Dann reicht dem Biber die dunkle Nachtzeit für Nahrungssuche und Streifzüge nicht aus.

Eine jahrhundertlange Verfolgung, die fast zur vollständigen Ausrottung geführt hat, ist Ursache für das scheue, nachtaktive Verhalten. Begehrt war der Biber wegen seines dichten und warmen Fells und als Fastenspeise. Wegen seiner Lebensweise am und im Wasser wurde er nicht als Säugetier angesehen sondern als ein fischähnliches Wesen, für das somit das Fleischverbot in der Fastenzeit nicht galt. Begründung für diese absurde Behauptung war die schuppige Haut seiner Kelle, also seines flachen, breiten Schwanzes. Ohne Verfolgung durch den Menschen können Biber bis zu 30 Jahre alt werden. Als Raubtier, das die bis zu 30 kg schweren Nagetiere gefährdet, ist bei uns nur der Wolf zu nennen.

Der Biber hinterlässt durch seine vielfältige Bautätigkeit auffällige Spuren in seinem Lebensraum. So baut er aus abgebissenen und übereinander aufgeschichteten Ästen große Burgen, die mit Pflanzenmaterial, Schlamm und Erdreich abgedichtet werden. Im Innern dieser Biberburgen gibt es mehrere Kammern, in denen der Biber Vorräte verstaut, schläft und auch seine Jungen zur Welt bringt. Ein Biberwurf kann bis zu fünf Junge haben, die ungefähr drei Jahre - also bis zum Eintritt der Geschlechtsreife - bei der Biberfamilie bleiben. Teilweise gräbt der Biber auch nur schräg nach oben führende Erdhöhlen in Graben- und Uferränder, mit teilweise schlimmen Folgen, wenn so Deiche durchlöchert und instabil werden. Auf jeden Fall hat der Biberbau immer einen oder mehrere Zugänge unter Wasser, so kann er unbemerkt „kommen und gehen“.

Damit diese Zugänge stets unter Wasser bleiben, baut der Biber kleine Staudämme, um den Wasserstand zu regulieren. Auch die Biberdämme bestehen aus Ästen und Knüppelholz, Pflanzenmaterial sowie Schlamm und Erde. Es ist erstaunlich, wie stabil und wasserundurchlässig solche Biberdämme sind. Außerdem legt der Biber auch noch kleine Kanäle an. Diese Biberkanäle entstehen durch die ständige Benutzung derselben Wechsel in Sumpfgebieten, die als Transport- und Fluchtwege dienen. Im Linumer Teichgebiet sind solche Biberkanäle an verschiedenen Stellen zu entdecken.

Biber ernähren sich rein pflanzlich, im Sommer auch von der Kraut- und Wasservegetation. Im Winter besteht ihre Nahrung aus Rhizomen von Wasserpflanzen, Baumrinde und dünnen Zweigen. Bevorzugt werden Weichholzarten wie Pappel und Weide. Im Herbst legt der Biber einen Wintervorrat an, viele Zweige werden dann im Bau oder unter Wasser eingelagert. Denn der Biber hält keinen Winterschlaf, aber er bleibt im Winter oft mehrere Wochen in seiner Burg oder in seinem Bau. In Brandenburg gibt es wieder ca. 1500 – 3000 Biber, auch im Oberen Rhinluch gibt es zahlreiche Biberfamilien. Ursache hierfür ist der strenge Schutz dieser beeindruckenden Baumeister, die wie kaum ein anderes Tier ihren Lebensraum aktiv gestalten.

Detlef Hase

Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch e. V.

Der Artikel zum Thema Biber erschien im Dezember 2017

 

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