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Im Oberen Rhinluch - Unser schönes Naturerbe (5)


 

Kleiner Singvogel mit langem Bart – Unterwegs im Teichland Linum

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Im Oberen Rhinluch hat das Teichland Linum eine herausragende Stellung als Vogelbeobachtungsgebiet. Viele Besucher kommen im Frühjahr und im Herbst, um die in Linum brütenden Störche zu besuchen oder um die Herbstrast der Kraniche und Gänse zu beobachten. Diese großen Vögel sind kaum zu übersehen und zu überhören. Aber es lohnt sich auch, auf die kleinen ornithologischen Besonderheiten zu achten, die dort zu entdecken sind. Hierzu gehört die sehr seltene Bartmeise, die vor allem in den Herbst- und Wintermonaten zu sehen ist.

Auch wenn dieser kleine Singvogel „Meise“ heißt, so gibt es trotzdem keine Verwandtschaft mit den bekannten Meisenarten wie Kohl- und Blaumeise. Die Bartmeise stammt aus zentralasiatischen Steppengebieten, sie ist die einzige Drosselmeisenart in Europa. Ihre Hauptverbreitungsgebiete liegen in Asien und in Europa. Die Zahl der Brutpaare in Europa soll ca. 500.000 – 1.000.000 betragen. Die Art gilt als nicht gefährdet. Sie konzentriert sich jedoch eher auf mediterrane Gebiete, in denen es Steppen und noch große zusammenhängende Schilfgebiete gibt. Die Zahl der Brutpaare in Deutschland wird auf nur 1.400 – 2.700 geschätzt. Somit ist die Bartmeise in Deutschland eher eine ornithologische Rarität. Umso schöner, dass es bei uns noch Schilfgebiete gibt, die für diesen hübschen Singvogel als Lebensraum geeignet sind.

Die Bartmeise ist ca. 15 cm lang, hellbeige bis zimtbraun gefärbt. Bei den Männchen ist der Kopf blaugrau und auffällig ist rechts und links vom gelbfarbenen Schnabel die lange schwarze Bartzeichnung. Die Weibchen haben, so wie es sich gehört, natürlich keine Bartzeichnung sondern sind einheitlich orange/beige/zimtbraun gefärbt. Zu den Erkennungsmerkmalen gehören noch die ziemlich langen Schwanzfedern und die kleinen abgerundeten Flügel, die zu einem eher schwirrenden Flug führen.

Bartmeisen nisten in kleinen Kolonien in dichten ausgedehnten Schilfröhrichten, die Schutz und Nahrung bieten. Dort bauen sie kleine napfförmige Nester aus Schilffasern dicht über der Wasserfläche und ernähren sich und ihre Jungen von kleinen Insekten und Spinnen, die sie im Schilf finden. Es werden bis zu sieben Eier in das Nest gelegt, meist erfolgen zwei Bruten pro Jahr, Brutdauer 14 Tage. Die Brutpaare bleiben lebenslang zusammen. Bartmeisen sind i. d. R. Standvögel, bleiben also im Winterhalbjahr oft in ihrem Gebiet. Kürzere Wanderungen von Bartmeisen sind jedoch möglich, sie werden deshalb auch den Strich- oder Kurzstreckenziehern zugeordnet. Wenn nun im Herbst die Zahl der Insekten stark abnimmt, müssen die Vögel ihre Ernährung umstellen. Nun futtern die Bartmeisen vor allem die Samen der Schilfhalme. Deshalb fliegen sie dann zur Nahrungssuche in kleinen Trupps in ihrem Schilfgebiet umher.

Bartmeisen sind in den Herbst- und Wintermonaten am besten am frühen Morgen bei der Futtersuche zu entdecken und sie sind fast immer zuerst zu hören. Denn bei ihren Futterflügen ertönen fast ununterbrochen ihre Kontaktrufe (klingt wie „tschirr, tschirr, tsching, psching“), die dafür sorgen, dass der kleine Trupp dicht zusammen bleibt. Wenn Sie also Bartmeisen entdecken und beobachten möchten, sollten Sie vor allem aufmerksam lauschen, ob Sie solche andauernden leisen Vogelrufe hören und dann nach einem kleinen fliegenden Vogeltrupp Ausschau halten, der dicht über die Schilfhalme fliegt und nach kurzen Strecken dort wiederholt landet.

Detlef Hase

Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch e. V.

Der Artikel zum Thema Bartmeise erschien im November 2017

 

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