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Im Oberen Rhinluch - Unser schönes Naturerbe (4)


 

Vögel des Glücks – Kranichrast im Luch

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Ende September werden sie von vielen bereits erwartet, die Vögel des Glücks. Eine alte Überlieferung aus dem asiatischen Raum besagt, dass Kraniche ein Symbol für Glück, Zufriedenheit und Gesundheit sind. Der graue Kranich, lateinisch Grus grus, ist in Europa beheimatet. Jedes Jahr im Herbst rasten tausende Kraniche im Rhinluch. Sie sind auf dem Weg aus ihren Brutgebieten nach Spanien zum Überwintern. Für den langen Flug benötigen sie Energiereserven. Maiskörner auf den abgeernteten Feldern sowie feuchte Flächen mit Würmern und Insekten bieten reichlich Nahrung. Kraniche schlafen im Wasser stehend zum Schutz vor Fuchs und Wildschwein. Im Linumer Teichgebiet und auf gefluteten Weideflächen finden sie dafür beste Voraussetzungen.

Mit ihren lauten, durchdringenden Rufen kündigen sich die Kraniche an. Sie sind bereits aus einer Entfernung von zwei Kilometern zu hören. Schweift der Blick des Beobachters zum Himmel, ist oft nichts zu sehen. Doch dann plötzlich purzeln sie förmlich herab. Einer nach dem anderen lässt sich auf den Stoppelfeldern nieder und beginnt mit dem Schnabel im Boden nach Nahrung zu stochern.

Für zwei bis drei Wochen verweilen die Vögel im Rhinluch. Ohne sie zu stören lassen sich die Kraniche am Tage gut aus angemessener Entfernung (ca. 200 m – 300 m) beobachten. Die erwachsenen Tiere sind durch ihr graues Körpergefieder, die schwarz-weiße Färbung an Kopf und Hals sowie an der roten Kopfplatte zu erkennen. Bei innerer Erregung, z.B. bei der Balz oder bei Streitereien, schwellen die kleinen Hautnoppen an, die jetzt besonders gut durchblutet sind und wie ein rot leuchtendes Signal wirken. Die jungen Kraniche lassen sich leicht an der braunen Kopffärbung erkennen.

Imposant sieht es aus, wenn die eleganten Vögel über den Acker schreiten mit ihren langen Schmuckfedern, die auch Schleppe genannt werden. Oft stehen mehrere tausend Vögel bei der Futtersuche zusammen. Einige Tiere blicken argwöhnisch umher. Die „Aufpasser“ warnen bei Gefahr mit einem Knurrlaut. Aufgeregt fliegen die Vögel dann davon. Zu beobachten sind gelegentlich merkwürdige Sprünge und Verbeugungen der Kraniche. Ein Verhalten, das als Kranichtanzen bezeichnet wird. Diesen Ausdruck von Lebensfreude zeigen sie im Frühjahr noch viel häufiger als im Herbst.

Ein besonders schönes Erlebnis ist der abendliche Einflug zu den Vorsammelplätzen. Aufgereiht zu langen Bändern kommen die Vögel angeflogen. Ein Schauspiel, das viele Besucher begeistert. Aber auch frühmorgens kurz nach Sonnenaufgang stehen Kranichbeobachter bereit. Während der Herbstrast zählen sie einmal wöchentlich die von den Schlafplätzen ausfliegenden Tiere. Das Zählergebnis dient dem Schutz des Kranichrastgebietes und wird im Internet veröffentlicht: http://www.oberes-rhinluch.de/kranichschutz

An einem sonnigen Tag Ende Oktober, bei guten Luftströmungen, ziehen die Kraniche weiter. Sie schrauben sich wie ein Kreisel Trupp für Trupp in den Himmel. Durch lautes Rufen verständigen sich die Vögel untereinander. Zaghafte fiepende Töne sind von den jungen Kranichen zu hören, die zum ersten Mal an dem aufregenden Flug in den Süden teilnehmen. Ist die Flughöhe von ungefähr 1000 Metern erreicht, ordnen sich die Vögel keilförmig an, um so Kräfte zu sparen. Kraniche orientieren sich mithilfe des Sonnen-, Mond- und Magnetkompasses, auch Landmarken wie Flüsse und Berge helfen bei der Navigation. Im Frühjahr kehren die grauen Kraniche zurück. Sie legen bei uns meistens nur eine kurze Zugpause ein, die Brutgebiete locken. Aber mit ihren Rufen verkünden die Vögel des Glücks: „Es wird Frühling.“

Helga Müller-Wensky

Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch e. V.

Der Artikel zum Thema Bartmeise erschien im November 2017

 

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