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Im Oberen Rhinluch - Unser schönes Naturerbe (2)


 

Vis-à-vis mit dem Platzhirsch - Im Wald bei Sommerfeld/Neuendorf

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Das Obere Rhinluch ist bekanntlich ein Niedermoorgebiet mit vielen Wiesen- und Weideflächen, die nur deshalb bewirtschaftet werden können, weil ein umfangreiches Grabensystem für eine stetige Entwässerung sorgt. In diesen ursprünglich sehr feuchten Gebieten gibt es kaum Waldflächen. Aber in den etwas höher gelegenen Randgebieten des Oberen Rhinluchs, so z. B. bei den Orten Rüthnick, Beetz, Sommerfeld, Neuendorf gibt es sehr große, unzerschnittene Waldflächen. Ein Besuch dieser Wälder lohnt sich vor allem an schönen Herbsttagen im Oktober und im November. Man kann dort stundenlang durch den herbstlich gefärbten Wald wandern, ohne einem anderen Menschen zu begegnen. So ist man mit sich und dem bunten Herbstwald oft ganz alleine. Ruhe und Natur pur!

Eine besonders schöne Stimmung erlebt man dort am frühen Herbstmorgen, wenn die ersten Sonnenstrahlen den Waldboden erreichen und die bunte Vielfalt des Herbstwaldes zum Leuchten bringen. Vor allem die Rotbuchen machen nun ihrem Namen alle Ehre, die Blätter verfärben sich in allen erdenklichen Rottönen. Das passt gut zu dem hellen Gelb der herbstlichen Birken, die oft am Wegrand stehen. Viele Tautropfen blinken und glänzen an den Kiefernnadeln. Und die roten Fliegenpilze auf dem Waldboden sind auch hübsch anzusehen. Es lohnt sich also, den Fotoapparat mitzunehmen – Motive in Hülle und Fülle. Aber das Beste an so einem Herbstmorgen im Wald ist die kühle, feuchte und würzige Luft. Eine Wohltat für jede Stadt- und Autonase! Denn ein Hektar Wald filtert pro Jahr bis zu 50 Tonnen Staub und Ruß aus der Luft und ein gesunder wachsender Wald speichert rd. 13 Tonnen Kohlendioxyd pro Hektar. Die Klimaschutzfunktion des Waldes ist unverzichtbar. Wie heißt es so schön: „Der Wald kann ohne uns Menschen leben, wir aber nicht ohne den Wald.“ Deshalb ist es aus unserer Sicht geradezu aberwitzig, Waldflächen zu roden, um dort Windräder zu bauen.

In diesem Waldgebiet gibt es auch viele Damhirsche und der Herbst ist die Brunftzeit. So ist dort auch das Röhren der Hirsche zu hören, das laut und etwas unheimlich durch den morgendlichen Wald schallt. Brunftplätze sind häufig kleinere Waldlichtungen. Bei ganz vorsichtiger und lautloser Annäherung gegen den Wind ist es nicht unmöglich, die Hirsche bei der Brunft zu beobachten. Damhirsche können nicht nur sehr gut riechen und hören sondern auch besser sehen als die etwas größeren Rothirsche. Also kommt es beim Anpirschen auch auf eine möglichst gute Deckung an. Wenn das gelingt, dann wird man vielleicht mit einer aufregenden vis-à-vis-Begegnung mit dem Platzhirsch belohnt.

Aber auch der späte Abend hat seine Reize. In diesem Wald gibt es viele alte Bäume mit Hohlräumen, Rissen und Spalten, die als Fledermausquartiere gut geeignet sind. Am Abend jagen die Fledermäuse auf den Waldlichtungen nach Insekten und in der Dämmerung kann man sie gegen den noch hellen Himmel fliegen sehen. Der große Abendsegler, eine besonders große Fledermausart, und die Rauhautfledermaus wurden dort nachgewiesen. Alle Fledermausarten sind in Deutschland geschützt und es ist bekannt, dass die beiden genannten Arten durch Windräder besonders gefährdet sind. Deshalb haben wir kein Verständnis dafür, dass in diesem Wald das geplante Windeignungsgebiet 34 ausgewiesen werden soll. Wir fordern die regionale Planungskommission Prignitz/Oberhavel erneut auf, diese Planungsabsicht aufzugeben.

 

Detlef Hase

Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch e. V.

Der Artikel zum Thema Brunft der Damhirsche erschien am 20. Oktober ARTIKEL (PDF in einem extra Fenster).

 

 

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